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Metallkunst

Zinnerne Saugflasche

Eckdaten

Basel, wohl 17. Jh. oder 18. Jh.

Zinn, gegossen

H. 11,5 cm

Inv. 2009.212.

Beschreibung

Der schlanke Gefässkörper verjüngt sich nach oben leicht. Der Deckel kann abgeschraubt werden. Zwei Rillen im oberen Viertel sind die einzige Zierde des Gegenstandes. Das Gefäss zeigt starke Gebrauchsspuren, das Mundstück ist verbissen. Die Giessermarke mit Baselstab lässt die Saugflasche der Basler Familie Scholer zuweisen, die vom späten 17. bis zum frühen 19. Jahrhundert Zinngiesser hervorbrachte.

Saugflaschen aus Zinn waren vom 17. bis ins 19. Jahrhundert gebräuchlich. Zinn mit zu hohem Bleigehalt führt zu Vergiftungen. Man kannte zwar die Gefährlichkeit des unreinen Zinns, doch ging es bei der Diskussion um die Schädlichkeit der Saugflaschen weniger um die Gefahren des zu hohen Bleigehalts als vielmehr um die Verletzungsgefahr wegen der Härte des Materials. Zinnerne und silberne Mundstücke konnten den noch zahnlosen Kiefer oder die Milchzähne der Kinder verletzen. Gummisauger kamen erst im 19. Jahrhundert auf. Sie waren zuerst in Amerika verbreitet, ab 1870 auch in Europa gebräuchlich. Zinnerne Saugflaschen haben sich extrem selten erhalten. Das Historische Museum Basel besass bis anhin kein Exemplar.

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