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Staat und Gesellschaft

Wahlinstrumente für die Besetzung der Basler Staats-, Universitäts- und Zunftämter nach der Ballotierordnung von 1688

Eckdaten

Basel, 17./18. Jh.

Kasten: Nussbaumholz

Kugeln: Elfenbein, Ebenholz, Silber; Leder- und Textilbeutel

Kasten: H. 20,4, L. 26,1, T. 26 cm

Inv. 1880.103.

Beschreibung

Im Jahre 1691 wollte das Volk von Basel mit einem Aufstand dem oligarchischen Regiment der Ratsfamilien die Spitze abbrechen. Das sogenannte Einundneunzigerwesen war die einzige politische Umwälzung eines eidgenössischen Stadtstaates im Ancien Régime, die wenigstens teilweise erfolgreich war. Die Cliquenherrschaft einiger Familien - begünstigt durch Wahlbestechungen und Vetternwirtschaft - wurde eingeschränkt. Die Machtbefugnis des Kleinen Rates wurde geschmälert, jene des Grossen Rates so erweitert, dass die letzte Kontrolle über den Staat fortan bei ihm lag. Das komplizierte Wahlsystem, das 1688 eingeführt, 1718 und 1740 ergänzt und verschärft wurde, muss man in diesem grösseren politischen Zusammenhang sehen. Mit dem sogenannten Ballot von 1688 - die Stimmen wurden mittels Kugeln geheim abgegeben - wollte man Wahlbeeinflussungen und Bestechungen verhindern. Da mit diesem Wahlverfahren noch mehr bestochen wurde als früher, führte man 1718 die Losordnung ein. Man liess über drei Vorgeschlagene in einem äusserst komplizierten Verfahren das Los entscheiden; 1740 erweiterte man die Zahl der Vorschläge auf sechs Personen.

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