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Orfèvrerie

Silberner Staufbecher mit einer Sonne als Deckelbekrönung

Cartel

Basel, 1926

Goldschmied: Ulrich Sauter (1854-1933)

Silber; Zarge gelötet, getrieben, graviert,

teilweise vergoldet; Wappen emailliert

H. 26,3 cm

Dm. 11,3 cm

Gewicht 579,8 g

Inv. 2005.228.

Description

Die Sonne ist das Leitmotiv des ungewöhnlichen silbernen Staufbechers. Mit jugendlichem Gesicht, umgeben von einem Strahlenkranz, lässt sie nicht nur den Auftraggeber, Walter Socin-Merian aus Basel (1880-1943), sondern alles, die ganze Welt, in hellem Lichte erstrahlen. Dieses Motto - SOL LVCET OMNIBUS - findet sich auf dem Deckelrand graviert. Ein von Walter Socin-Merian verfasster Spruch, der sich auf Becherlippe und -fuss befindet, nimmt diese Sonnenthematik wieder auf: (oben, jeweils drei Zweizeiler) «DIE SONNE SCHEINT FÜR JEDEN GLEICH / FÜR JUNG UND ALT FÜR ARM UND REICH, FÜR WERKLEUT UND FÜR KAUFMANNSTAND / FÜR GEISTLICHKEIT FÜR SPIEL UND TAND, FÜR NARREN UND FÜR WISSENSCHAFT / FÜR KRIEGER UND FÜR BAUERNKRAFT», (unten, ein Zweizeiler) «SIE SCHEINT SEIT ANBEGINN DER WELT / BIS ALLER GLANZ IM TOD ZERFÄLLT». Je vier vorzügliche Bilder in Treibarbeit illustrieren auf zwei Registern diesen Sinnspruch.

Das emaillierte Wappen der Familie Socin - ein stehender Löwe mit Kugel - ist unter dem Deckel angebracht. Es wird von der Inschrift WALTER SOCIN-MERIAN BASEL 1926 umrahmt. In dreifacher Ausführung wird das Wappentier als vollplastische Sockelfigur wieder aufgenommen. Eine gravierte Inschrift auf der Unterseite des Fussrandes BERNHARD SOCIN ZUM 25.VIII.1935 weist darauf hin, dass Walter Socin seinem Sohn Bernhard (8. Januar 1925 - 3.11.2004) den Becher aus einem bestimmten, leider nicht bekannten Anlass schenkte. Das qualitätvolle Objekt entstand in der Werkstatt des Basler Goldschmiedes Ulrich Sauter (1854-1933). In dessen Werkstattnachlass (Historisches Museum Basel Inv.Nr. 1977.1.1-1328.) hat sich nicht nur die gegenüber der realisierten Fassung leicht veränderte Entwurfszeichnung für den Becher sondern auch das Plastilin-Modell der Sonne erhalten. Zusammen mit dem Staufbecher gelangte auch ein Häufebecher (2005.229) Ulrich Sauters in die Sammlung.

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