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Militaria

Siegelstempel des Schweizerregimentes de Courten

Cartel

Frankreich, vor 1792

Messing, graviert

H. 3,4 cm, B. 3 cm

Historisches Museum Basel, Inv. 1893.228.

Siegelstempel des Schweizerregimentes de Châteauvieux

Frankreich, zwischen 1781 und 1790

Silber, graviert

Dm. 4 cm

Inv. 1889.134.

Description

Veränderungen in der Kriegsführung machten gegen Ende des 17. Jahrhunderts den Aufbau stehender Armeen erforderlich. Da in Frankreich die Zahl der dafür notwendigen.
Soldaten nicht ausreichte, wurden Söldner aus dem Ausland, vor allem aus dem Gebiet der Eidgenossenschaft, angeworben. Ab 1672 wurden die Schweizerregimenter in Frankreich geschaffen, deren Zahl bis auf zwölf (einschliesslich der königlichen Leibwache) ansteigen sollte.
Sogenannte Kapitulationsverträge regelten die beiderseitigen Verpflichtungen. Der offizielle Status dieser zwischenstaatlichen Vereinbarung spiegelt sich in zwei Regimentspetschaften wider, die dem gleichen Schema folgen: Unter dem zentral platzierten französischen Wappen mit den Bourbonenlilien sind als Zeichen von Vertragsschluss und -treue zwei ineinandergelegte Hände zu sehen. Die Wappen der dreizehn Alten Orte umgeben diese zentrale Darstellung.
Zusätzlich ist der Name des jeweiligen Regiments angegeben. Die Benennung der Regimenter erfolgte nach dem Namen des jeweiligen Kommandanten. Das Regiment de Courten war seit seiner Gründung 1690 stets von einem Mitglied der Familie de Courten aus dem Wallis geleitet worden. Jacques André Lullin de Châteauvieux war erst 1783 Kommandant des 1677 gegründeten Regiments geworden. Nach der Auflösung der Schweizerregimenter durch die Nationalversammlung 1792 war es Hans Heinrich Merian (1731–1796) aus Basel, der das Regiment Châteauvieux in die Schweiz zurückführte. Merian, von Rang Oberstleutnant, wirkte interimistisch als Kommandant dieses Regimentes, dessen Revolte 1790 in der sogenannten Nancy-Affäre gravierende Missstände im System offenbart hatte. Möglicherweise gelangte das Siegel durch Hans Heinrich Merian in Basler Privatbesitz, aus dem es dann 1889 an das Museum geschenkt wurde.

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