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Orfèvrerie

Kopie des «Ryff-Bechers»

Cartel

Stuttgart (?), 4. Viertel 19. Jh.

Silber, innen vergoldet, aussen teilvergoldet, teilweise mit Maleremail verziert; getrieben, gegossen

H. 38,7 cm (gesamt); H. 23,5 cm (nur Pokal)

Dm. 12 cm (Lippenrand); Dm. 10,5 cm (Fuss)

Gewicht 1068 g (gesamt); Gewicht 598 g (nur Pokal)

Inv. 2007.512.

Description

Im Jahre 1999 konnte das Historische Museum Basel den berühmten «Ryff-Becher» (Inv. Nr. 1999.222.) er-werben, der dem Basler Kaufmann und Diplomaten Andreas Ryff im Jahre 1603 zum Dank für sein Verhandlungsgeschick geschenkt wurde, durch das er die vom französischen König Henri IV geschuldete Anleihe vollständig zurückerhalten hatte.

Erfreulicherweise gelangte kürzlich eine gleich grosse Nachbildung dieses vom Basler Goldschmied Peterhans II Segesser gefertigten Prunkbechers als Geschenk eines Privatsammlers in die Sammlung. Bemerkenswert ist, dass mehrere Nachbildungen des Ryff-Bechers nachgewiesen sind, beziehungsweise noch existieren. So zum Beispiel ein Exemplar im Museum Smidt van Gelder in Antwerpen (Inv. Nr. Sm 1021), das der neu erhaltenen Kopie sehr ähnlich ist (gleiche Masse, eine von drei Marken identisch). Andererseits kennt man aus dem 1891 publizierten Katalog der Sammlung Vincent in Konstanz eine fast 7 cm kleinere Nachbildung des Bechers mit zwei anderen Marken und einem Gewicht, das schwerer ist als dasjenige des Originals, aber leichter als das der Kopie im Historischen Museum Basel.

Möglicherweise hat die Präsenz des Ryff-Bechers auf der Weltausstellung von 1873 und eine Abbildung des Bechers in H. Harvard’s «Histoire de l’orfèvrerie française», die 1896 erschienen ist, zur Nachahmung angeregt.

Die vorliegende Nachbildung unterscheidet sich vom Original durch die einfachere technische Ausführung (die Zierkränze sind gegossen und nicht durchbrochen gearbeitet) und die Verwendung kostengünstiger Materialien (Maleremail statt vergoldetes Silber mit Edelsteinschmuck).

Die Nachbildung befand sich in den 1930er Jahren im Besitz des Schaffhauser Goldschmieds A. Ludwig. Dies belegt der Besitzervermerk auf einer fotographischen Aufnahme des Bechers aus dem Schweizerischen Landesmuseum Zürich.

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