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Textiles

Baumwolltuch mit Landkarte der Schweiz

Cartel

Schweiz, 1. Drittel 20. Jh.

Zweifarbendruck auf Baumwolle

H. 59 cm, B. 66,5 cm

Inv. 2008.133.

Description

Lange Zeit war das Taschentuch ein Toilettenartikel, der sich nur in Haushalten der privilegierten Ober-schicht fand. Mit der industriellen Revolution und ihren Neuerungen wurde jedoch das textile Rechteck zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu einem Massenprodukt, bei dessen Gestaltung schier keine Grenzen gesetzt waren. Taschentücher wurden zu beliebten touristischen Souvenirs oder zu Andenken an politisch denkwürdige Ereignisse. So fanden sich bald Porträts von gekrönten Häuptern auf Baumwolle gedruckt, ebenso wie neu errichtete Gebäude, kampfbereite Soldatenverbände oder Situationspläne von Städten. Das so genannte «Glarnertüchlein», das seinen Ursprung in dem gleichnamigen, von der Textilindustrie geprägten Kanton hat, ist ein schönes Beispiel für diesen Trend. Das Tuch, vielleicht ein Artikel für die Fremdenindustrie, zeigt eine Landkarte der Schweiz im Massstab von etwa 1 : 7-800’000. Die nationalen Embleme sind dabei äusserst dezent gehalten; die Schweiz ist nur in ihren Umrissen eingezeichnet, das Umland erscheint gleichberechtigt. Ortschaften, Flüsse und Verkehrswege sind in Schwarz gedruckt, während Landes- und Kantonsgrenzen rot darüber gelegt sind. Einzig die am Rand umlaufende Bordüre aus Edelweiss und Alpenrosen dient als Hinweis auf das Alpenland.

Als Vorlage für diesen Textildruck diente eine kartografische Arbeit des Glarners Rudolf Leuzinger (1826-1896), dessen Name in der linken unteren Ecke erscheint. Leuzinger, der u. a. in Paris für Napoleon III. und ab 1868 für das Eidgenössische Topographische Bureau arbeitete, erhielt für sein innovatives Schaffen zahlreiche internationale Auszeichnungen. Die Karte - wohl im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts entstanden - weist die Landesgrenzen von 1919 nach dem Versailler Friedensvertrag auf. So wurde für diesen Textildruck folglich eine ältere Landeskarte mit der damals aktuellen Grenzziehung versehen, was daraus ein zeitgemässes Erinnerungsstück für Schweizerreisende machte.

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