Objekt 12
Cembalo (Modell «Landowska») von Pleyel, Lyon et Cie., 1930
Beschreibung
Firma Pleyel
Die Klavierbaufirma Pleyel wurde 1807 von dem österreichischen Komponisten Ignace Joseph Pleyel (1757 - 1831) in Paris gegründet. Die Firma konzentrierte sich zunächst auf die Übernahme und Verbesserung von Eigenschaften des englischen Klavierbaus.
1815 nahm Pleyel seinen Sohn Camille Pleyel (1788 - 1855) in die Firma auf. 1829 trat ausserdem der Pianist Frédéric Kalkbrenner (1785 - 1849) der Firma bei. Dieser bemühte sich sehr um einen grösseren Bekanntheitsgrad der Pleyelschen Instrumente. Bedeutende Komponisten und Pianisten, wie beispielsweise Frédéric Chopin (1810 - 1849), waren in dieser Zeit der Firma Pleyel eng verbunden.
Nach Camille Pleyels Tod trat sein Schwiegersohn Auguste Wolff (1821 - 1887) seine Nachfolge an. Der Firmenname wurde daraufhin in 'Pleyel, Wolff & Cie.' geändert.
Nach Wolffs Tod übernahm dessen Schwiegersohn Gustav Lyon (1857 - 1936) die Firmenleitung. Es erfolgte eine erneute Namensänderung in 'Pleyel, Lyon & Cie.
Das ausgestellte Cembalo repräsentiert die Bemühungen der Firma Pleyel um die Wiederbelebung dieses Instrumententyps zu Beginn des 20. Jahrhunderts und die enge Zusammenarbeit mit der berühmten Cembalistin Wanda Landowska (1879 - 1959). Das Cembalo wurde 1930 vom Basler Kammerorchester (BKO) bei Pleyel in Paris bestellt und am 12. März 1931 von Wanda Landowska im Rahmen der Konzerte des BKO eingeweiht.
Objektbeschreibung
Pleyel, Lyon et Cie. (Werkstatt 1887–1936)
Paris, 1930
Pleyel / Facteur à Paris / Fondé en 1807 (Brandstempel, Holzplättchen-Einlage, Vorsatzbrett)
PC (Monogramm in die Rosette eingearbeitet, Resonanzboden); 77F987 (Brandstempel) / 189.413 (Schlagstempel) (hinter dem Stimmstock, vorne links); 189413 (Schlagstempel, Gehäuse-Unterseite)
Mahagoni massiv (Gehäuse) mit feinen intarsierten Streifen (Spiegelholz); Buche (Gehäuse-Unterseite, vorne); Fichte, feinjährig, mit durchbrochener Rosette (Resonanzboden); Eisenrahmen; Messing (Pedale; Saiten, beide 8' [H1 - E], 4' [F1]); Stahl, mit Kupfer umsponnen (Saiten, 16'[F1 - f3], beide 8' [F1 - B1]); Stahl (Saiten, beide 8' [F - f3], 4' [Fis1 - f3])
Umfang F1 - f3; zwei Manuale; unteres Manual 16'-, 8'- und 4'-Register, oberes Manual 8'-Register mit Lautenzug, 4'-Register, Koppel; Register durch sieben Pedale zu bedienen
H. 968 mm (gesamt); H. 275 mm; B. 1057 mm; L. 2464 mm (Gehäuse ohne Deckel und ohne Bodenleiste); Stichmass 498 mm; Oktavmass 165 mm (beide Manuale)
Depositum Paul Sacher Stiftung, Basel Inv.-Nr. 1996.3.