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Objekt 15

Pianino mit Janko- und Normalklaviatur (schwenkbar), 1908-1910

Beschreibung

Das Besondere an diesem Klavier ist allein die treppenartig ansteigende Tastatur. Ihr Grundprinzip besteht aus zwei gegeneinander versetzten Ganztonleitern (der Abstand zur nächsten Taste ist in waagrechter Ebene stets ein Ganztonschritt, zur darüberliegenden Reihe jeweils ein Halbtonschritt). Die Tastatur beginnt links unten mit den Tönen a-h (helle Tasten), gefolgt von cis-es (dunkle Tasten) sowie f-g-a-h (helle Tasten); darüber b (dunkle Taste) und c-d-e usw. Die folgende dritte Reihe wiederholt die erste, die oberste Reihe schliesslich die zweite, womit jeder Ton auf zwei verschiedenen Ebenen zur Verfügung steht.

Der Mathematiker Paul von Jankó (1856–1919) entwarf diese Reformtastatur 1882, um die aus dem 15. Jahrhundert stammende «normale» Klaviatur (mit einer C-Dur-Skala auf den Unter- und fünf «akzidentiellen» Tönen auf den Obertasten) den musikalischen Erfordernissen der Moderne anzupassen. Zugleich sollten ergonomische Bedürfnisse der menschlichen Hand berücksichtigt werden: Während üblicherweise im Klavierunterricht mühsam die Hand an die Klaviatur gewöhnt werden müsse, habe er «die Claviatur der Hand angepasst». Sie erleichtert auch das Transponieren, da jede Tonart mit gleichem Fingersatz gespielt werden kann. Zudem erlaubt sie eine natürlichere Handhaltung und eine Fülle von neuen Griffmöglichkeiten. Trotz dieser Vorteile konnte sich diese Tastatur bekanntlich nicht durchsetzen.

Objektbeschreibung

Fa. Carl Goetze

Berlin, zwischen 1908–10

Umfang A2-c5 (88 Tasten)

Geschenk Dr. Hansjakob von Matt, Zürich

Inv.-Nr. 1980.75.

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