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Ewig ausgeliehen? Zum Umgang mit Deposita

Deposita sind Objekte, die dauerhaft in den Sammlungen von Gedächtnisinstitutionen aufbewahrt werden, aber nicht in deren Eigentum sind. Was motiviert Institutionen und Privatpersonen dazu, ihre Objekte in externe Betreuung zu geben und was hat die andere Seite davon? Das Podiumsgespräch gibt es zum Nachschauen.

Das Podiumsgespräch am 20. März 2025 thematisierte die konkreten Herausforderungen, die sich im Alltag aus externen Besitz- und Betreuungsverhältnissen ergeben. Darüber hinaus ging es auch um die übergeordneten Fragen nach dem (Un-)Sinn des institutionellen Besitzdenkens von öffentlichem Kulturgut und um eine gemeinsame Verantwortung für die Zugänglichkeit und Nutzbarkeit zu diesen Gütern.

«Denn wir wissen nicht, was wir haben»

Bettina Giersberg vom Museum des Landes Glarus griff den Befund «denn wir wissen nicht, was wir haben» auf, um das Vorhaben einer erstmaligen Generalregistratur der Sammlung zu begründen. Der Sammlungsleiter der Winterthurer Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte, Severin Rüegg, sprach von dem Registrierungs- und Reinigungsprojekt als Grundlage für die Zugänglichkeit und Vermittelbarkeit von Museumsobjekten.

Die Experten und die Expertin für das grosse Aufräumen diskutierten über (un)realistische Vorstellungen und Ideen von Politik, Öffentlichkeit, Auftrag- und Geldgeber. Diese können die Sammlungsbereinigungen zu «Fantasieprodukten» werden lassen. Ausserdem wurde über den Nutzen einer betriebswirtschaftlichen Herangehensweise mit Kennzahlen und Minimalvorgaben gesprochen.

Die Folgen der Bereinigung

Im Zentrum des Gesprächs stand immer wieder die Frage nach den Folgen der Bereinigungen für die Sammlung. Einerseits wird sie durch den Wissenszuwachs «veredelt». Andererseits drängen sich museumsethische Bedenken nach einem zu radikalen Eingriff in das historische Sammlungsgefüge auf, wenn wir in Anbetracht von Dubletten, schlechtem konservatorischem Zustand oder bei vermeintlich uninteressanten Objekten Deakzessionen in Betracht ziehen.

So führte uns das Gespräch zu der Frage nach dem Sinn von Sammlungsbereinigungen und dem Output dieser Jahrhundert- und Millionenprojekte. Hier öffnete sich die Spannbreite von dem gewonnenen grundlegenden Wissen über Sammlungsbestände über eine digitale Zugänglichkeit – nicht zuletzt für aussermuseale Interessensgruppen wie Universitäten – bis hin zu der Frage nach einem veränderten Verständnis von Museumsobjekten, das zu einer neuen Nutzbarkeit für die kulturhistorische Vermittlung führen könnte.

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