Ewig ausgeliehen? Zum Umgang mit Deposita
Deposita sind Objekte, die dauerhaft in den Sammlungen von Gedächtnisinstitutionen aufbewahrt werden, aber nicht in deren Eigentum sind. Was motiviert Institutionen und Privatpersonen dazu, ihre Objekte in externe Betreuung zu geben und was hat die andere Seite davon? Das Podiumsgespräch gibt es zum Nachschauen.
Das Podiumsgespräch am 20. März 2025 thematisierte die konkreten Herausforderungen, die sich im Alltag aus externen Besitz- und Betreuungsverhältnissen ergeben. Darüber hinaus ging es auch um die übergeordneten Fragen nach dem (Un-)Sinn des institutionellen Besitzdenkens von öffentlichem Kulturgut und um eine gemeinsame Verantwortung für die Zugänglichkeit und Nutzbarkeit zu diesen Gütern.
«Wir brauchen diesen Doppelblick»
Im Gespräch wurde deutlich, dass Museumsmitarbeitende die Spannung aushalten müssen, die sich aus dem gleichwertigen Anspruch der Bewahrung und der Vermittlung von Museumsobjekten ergibt. Auch wenn (digitale) Reproduktionen oder eine grundsätzliche Trennung der Sammlung in eine Kern- und Gebrauchssammlung Entlastung schaffen können, so bleibt die Entscheidung kontrovers und muss im Einzelfall wieder immer wieder neu abgewogen werden.
Museumssammlungen müssen genutzt werden
Einigkeit herrschte auf dem Podium über den grundsätzlichen Auftrag des Museums, Sammlungen nutzbar zu machen. Die Gäste aus den wissenschaftshistorischen Museen verwiesen auf die Entstehung ihrer Museen, die, wie das Pharmaziemuseum der Universität Basel und das Naturhistorische Museum, im 19. und 20. Jahrhundert zur Forschung und Lehre gegründet wurden.
Im Zuge des gegenwärtigen Wandels des Museums hin zu mehr Transparenz und Partizipation konstatierten die Podiumsteilnehmenden eine Rückbesinnung zu diesem ursprünglichen Gedanken, die Objekte als Wissensgeneratoren zu nutzen. Ein Potential, das mit den heutigen technischen Möglichkeiten leichter und vor allem zerstörungsfrei genutzt werden kann.
Das Podiumsgespräch als Video
Das Gespräch über die Nutzbarkeit von Museumsexponaten, das Sie hier in voller Länge sehen können, löste im Publikum die Debatte nach dem Status der Objekte als einmalige Originale aus. Diese Frage, die sich insbesondere bei restaurierten Objekten stellt, ist eng verknüpft mit dem Vermittlungsanspruch der Kurator:innen, denn, wie der Konservator-Restaurator in der Runde betonte, kann die Funktionalität in manchen Fällen nur mit Ersatzteilen wiederhergestellt werden.