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Objekt 1140

Zum Fall werden

Beschreibung

Heute werden rund 90 % der Menschen mit einer psychischen Erkrankung ambulant behandelt. Nur die wenigsten benötigen einen Klinikaufenthalt, manche Aufenthalte sind einmalig oder kurz. Bis in die 1970er-Jahre war dies anders. Oft verbrachten Patient:innen lange Phasen ihres Lebens in der Klinik. Mit dem ersten Eintritt wurde die Person zum «Fall»: Eine umfangreiche Dokumentation setzte ein und es entstand eine Krankengeschichte. Die ausführlichen Berichte und Rapporte dienten der Diagnosestellung, der Kontrolle von Krankheits- und Therapieverläufen sowie dem Austausch mit anderen Institutionen und Behörden.
Die überlieferten Fallakten geben Einblick in den Wandel der Psychiatrie. Doch nicht nur die Methoden der Diagnosestellung und der Behandlung änderten sich. Besonders auffällig ist auch der Wandel der Sprache. Was für heutige Ohren abwertend klingt, kann früher ein neutraler Fachbegriff gewesen sein.

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