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Objekt 300

Elektronische Musik und ihre Auswirkungen

Beschreibung

Obwohl ich das Komponieren mit elektronisch erzeugten Klängen 1959 aufgab, waren für meine späteren orchestralen und vokalen Werke die Studioerfahrungen entscheidend.
György Ligeti, 1991

Nach seiner Flucht aus Ungarn arbeitete György Ligeti seit Februar 1957 für ein gutes Jahr im Studio für elektronische Musik des Westdeutschen Rundfunks in Köln. Es war eine entscheidende Zeit für ihn. Hier lernte er Komponisten und Werke der musikalischen Avantgarde kennen, die ihn sowohl schockierten als auch zu kompositorischen Ideen anregten. Er war fasziniert von den technischen Möglichkeiten der elektronischen Komposition, besonders von der Möglichkeit, vorher aufgenommene Klänge zu schneiden, neu zusammenzusetzen und zu überlagern. Ligeti realisierte nur zwei elektronische Projekte: Neben Glissandi das Stück Artikulation, in dem er mit künstlichen Mitteln sprachähnliche Klänge erzeugte. Ein weiteres Werk, Pièce électronique No. 3, blieb ein Plan auf Papier. Obwohl er ab 1959 seine Visionen nur noch für reine Instrumental- und Vokalensembles ausarbeitete, blieb Ligeti an technischen Innovationen interessiert und beschäftigte sich in den 70er Jahren erneut aktiv mit Computermusik.

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