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Objekt 218

Ligeti, Skizze zu Atmosphères (1961)

Description

Beschreibung der Musik mit Disposition der Formteile und deren Dauern

1. Breit weich leise völlig liegend 48’’
2. Breit weich leise, gradweise Farbveränerungen und dynamische Nuancierung. Streicher dominieren, die Störungen breiten sich wellenartig in die stehenden Stimmen aus 29’’
3. Breit weich leise, aus Tiefen kommende und verschwindende Schichten (Wellenstörungen wie oben), nur einzelne Schichten setzen ein und verharren plötzlich so = f.. Cluster-Harm-Clusterwechsel, auch Harmoniewechsel 55’’ «POLIF»
4. Breites weiches leises Triller-Trem. (dann und wann sowohl arco als auch die Bläser), die einzelnen Instrumente verändern die Aufgaben, grosses Schaukeln, sanfter und schneller werdende Vibrationen, auch gleichzeitig 37’’ «POLIF»
5. Breites heiseres leises Triller-Trem. Farbveränderungen (Wechsel Schaukeltypen wie oben) 6’’ «POLIF»
6. Figurenwechsel, auch dynamische Wechsel (Triller-Trem. Anfang wird dann glatt) komplizierte Figurenwechsel. Geht stufenweise zum 7. Punkt 23’’ «POLIF»
7. Stufenweise entwickel, mit grossem Crescendo: gross schrill hoch laut scharf (4 picc., 1 oder 2 es-cl, mehrere cl. u.a. – möglicherweise (dann und wann) hohe Streicher, möglicherweise Glockensp. hohe Crotales. Bricht plötzlich ab, 8. setzt unerwartet ein 33’’
8. Sehr tief, sehr intensiv, sehr laut. Ex abrupto einsetzen, aber sublim, nachdem sich unmittelbar mit dem aufhörenden 7. Feld verbinden. Nach einer gewissen Zeit etwas leiser werden, dann mit 9. einsetzen, nach dem Einsatz verlangsamt sich 8. gradweise weiter (den Beginn des Verlangesamens evtl. erbinden mit den Einsatz von 9, danach morendo auflösen) 14’’
9. Grosses vibrierendes breites Gewebe, steht, aber bewegliche innere Stimmen, leise, spitzenhaft, weich liegend. Gleichzeitig langsame und schneller werdende Läufe). Plötzlich einsetzen, aber sublim, nachdem 8. sich aufgelöst hat, bleibt 9. allein, wird aber nicht stärker. 10. entwickelt sich daraus, gradweise. (Möglicherweise bleibt 8. morendo bis zum Ende von 9.) 21’’
10. Aus 9. entwickelt sich stufenweise ein lautes Streichgewebe (liegend), innere Bewegungen (Entladung). Wird enger oder breiter. Es gibt auch ganz enge Teile. (Auch gleichz. langsam-schnell) Bricht plötzlich ab (an lauter Stelle) 18’’
11. Beginn plötzlich, schliesst unmittelbar an 10. an, leises Holzgewebe (möglicherweise auch mit Hörnern, innere Bewegungen, Entladung) gleichzeitig schnell-langs. 5’’
12. Leises Mosaik, ohne Pause, wechselnde Farbe aus Stückchen: weich bleibende Stücke, schneller und langsamer werdende Veränderung der Stücke. 8’’ «POLIF»
13. Wechselnd dynamisches Mosaikgewebe mit veränderlichem Gebläse (liegende Stimmen) Geht stufenweise in 14. über, verschwindet möglicherweise inselartig («magert ab») wenn 14. beginnt. 10’’ «POLIF»
14. Enges kompaktes lautes Blech (Einsatz crescendo) (mögl. con sordino, aber wenn senza, dann vielleicht padigl. a l’aria). Veränderliches Blasgewebe, wird dann liegend, geht über in 15. 26’’
15. Liegende Fläche (entwickelt sich aus 14.) nicht nur Blech, lockert sich gradweise (die einzelnen Instrumente verschwinden morendo, während die anderen noch kräftig spielen), der relativ «konsonantische» Akkord wird selten. Übergang zu 16. 43’’
16. Stehendes weiches leises Flag. (möglicherweise dann innere sublime Bewegungen) – möglicherw. dieses Flag. Schluss «Akkord» von 15. kann aber sein, dass nicht, sondern umso intensiver. Dauert bis zum Anfang von 17, erlischt gradweise nach Beginn von 17. 16’’
17. Beginnt in der Zeit von 16. Wind bläst, möglicherweise mit wechselnden Blasinstrumenten (Blasen vielleicht kaum hörbar) Hört plötzlich auf, unmerklich 9’’
18. Plötzlicher Einsatz (wenn 17. bleibt, sofort anschliessen) leises Mosaik, ohne Pausen, farbenwechselnde Stücke, Vibration innerhalb der einzelnen Stücke, welche Bewegung (Entladung) Wind bleibt noch. 12’’
19.–20. (Reihenfolge später wählen) Wechselnd dynamisches Mosaikgewebe (ohne Pausen) nur allein sich bewegende Stimmen (die innere Entladung aber bleibt) gleichz. schneller und langs-werdend) 4’’
Das Mosaik (ohne Pause) setzt schroff ein und bricht schroff ab, oben und unten aufbauende Stücke (elektr. «Atmosphères» und «Fasce»-Typ (schnell-langs.) Oboe? 7’’ «POLIF»
21. Ein sehr schnelles leises innerlich bewegtes Gewebe ohne Pausen, hochgesetzte Oboen, verwirrt. Eine Schlussmöglichkeit: e textura dauert an, ohne Pausen, (sehr leise) bleibt an einem bestimmten Augenblick einfach stehen. Andere Endmöglichkeit: e textura geht ebenso pausenlos weiter, wird laufend leiser. (wird möglicherw. Schicht um Schicht «gelöscht» – damit verbinden sich mehrere Schichten, in denen die Grundschicht noch klingt, wenn die Decke plötzlich stehen bleibt), die letzte Grundschicht schweigt ganz und gar, verschwindet. Einige geschlagene Pausentakte. Dritte Schlussmöglichkeit: e textura geht weiter, wird gradweise leiser, wird schwächer (möglicherw. Schichten wie oben) bleibt allmählich (Pausen) verschwindet, die Pausen werden grösser, die Textur ist nur noch als Spur vorhanden, geschlagene Pausentakte, noch zwei Spuren, wieder geschlagene Pausentakte, man darf nicht wissen, kommt noch eine Spur, aber es kommt keine, mit geschlagenen Pausentakten das Ende der Pause. «POLIF»

(Übersetzung nach Erkki Salmenhaara, Das musikalische Material und seine Behandlung, 1969, S. 178)

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