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Objekt 100

Träume und Fantasien

Beschreibung

... sich zu stürzen in ganz neue Gebiete, wo niemand noch war – in ein Gebiet, das unerhört ist… – ich glaube, das ist eine Aufgabe des Komponisten, heute wie auch immer.
György Ligeti, mündlicher Vortrag, 1963

Träume und Fantasien sind der Schlüssel zu György Ligetis Denken, zu seiner Selbstdarstellung und zu vielen seiner Werke. Träume lösten in seiner Kunst Prozesse aus, die – wie in Sigmund Freuds Traumdeutung – an Labyrinthe und geheimnisvolle Metamorphosen erinnern; aber auch beunruhigende nächtliche Visionen sind in seinen Kompositionen präsent. Der freie Flug der Fantasie ermöglichte es Ligeti, vielfältige Inspirationsquellen zu nutzen, grenzenlose Assoziationen zu entfalten und synästhetische Erfahrungen in Musik zu verwandeln. Neben der Musik boten ihm die bildende Kunst (von Hieronymus Bosch und Pieter Brueghel dem Älteren bis zu Joan Miró und Paul Klee) und die Literatur (Jorge Luis Borges, Lewis Carroll, Sándor Weöres u.a.) zentrale Anregungen. Wie diese Künstler war er der Meinung, dass das Staunen – auch die Verfremdung, das Anders-Sehen von Phänomenen – in der Kunst präsent bleiben muss.

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