Zum Inhalt springen

Objekt 16

Hammerflügel von Nannette Streicher-Stein, 1816

Beschreibung

Der Hammerflügel von Nannette Streicher-Stein repräsentiert ein Wiener Instrument der zweiten Dekade des 19. Jahrhunderts. Der Klaviaturumfang ist von fünf auf sechs Oktaven erweitert. Die Kniehebel sind vier Pedalen gewichen. Diese ermöglichen Klangeffekte, die für Wiener Hammerflügel typisch sind.

Das erste Pedal von links bewirkt die Verschiebung der Klaviatur, so dass die Hämmer nur noch eine Saite pro Taste anschlagen, daher die Bezeichnung 'una corda'. Dadurch entsteht ein leiserer Klang.
Betätigt man das zweite Pedal von links, so wird ein dünne Papierrolle auf die Saiten von F1 bis f1 gelegt. Wenn die Saiten in Schwingung versetzt werden, berühren diese die Papierrolle und es entsteht ein etwas schnarrender Klang. Dieser wurde mit jenem des Fagotts verglichen, daher die Bezeichnung 'Fagottzug'.
Bei der Betätigung des dritten Pedals, dem 'Moderator', werden Tuchstreifen zwischen Hämmer und Saiten geführt. Das Resultat ist ein leiserer und bedeutend weicherer Klang.
Das vierte Pedal dient der Aufhebung aller Dämpfer und entspricht dem rechten Pedal des modernen Flügels.

Eine weitere Wiener Spezialität ist der Klangboden über den Saiten. Er ist so dünn wie ein Resonanzboden und soll der Klangmischung dienen.

Objektbeschreibung

Nannette Streicher-Stein (1769–1833)

Wien, 1816, datiert

Nannette Streicher née Stein / à Vienne (Alabaster-Schild mit Messingrahmen, Vorsatzbrett); Nm 1147. / Nannette Streicher née Stein / Vienne 1816. (handschriftlich, Tusche, Resonanzboden, vorne Mitte)

Mahagoni-Furnier auf Fichte (Gehäuse)

Umfang F1 - f4; Prellzungenmechanik; Oberdämpfung

vier Pedale (v.l.n.r.): 1. una corda, 2. Fagottzug (F1 - f1), 3. Moderator, 4. Dämpferhebung

H. 893 mm (gesamt); H. 309 mm; B. 1192 mm; L. 2315 mm (Gehäuse); Stichmass 473 mm; Oktavmass 156 mm

Depositum Paul Sacher Stiftung, Basel Inv.-Nr. 1986.105.

Newsletter

Anmelden