Objekt 1164
Fieberkur/Malariatherapie
Beschreibung
Um 1900 war in den psychiatrischen Kliniken der Anteil an Kranken mit ‹Progressiver Paralyse› beträchtlich. Bei ihnen war das Gehirn als Folge von Syphilis schwer geschädigt. Die Medizin stand der Krankheit machtlos gegenüber – sie führte zum Tod. Der Psychiater Julius Wagner-Jauregg (1883–1940) beobachtete, dass die Fieberkrankheit Malaria zu einer Stabilisierung oder gar einer Besserung führte. Er entschied sich deshalb nach langer Forschung, Patient:innen mit Progressiver Paralyse gezielt mit Malaria zu infizieren. Die Malariatherapie oder Fieberkur verbreitete sich rasch. Auch in der Basler Klinik Friedmatt kam sie ab 1926 bis in die 1940er-Jahre zur Anwendung. Es wurden jeweils mehrere Fieberschübe abgewartet. Danach wurde Chinin verabreicht, sodass das Fieber sank und die Malaria abheilte. 1927 erhielt Wagner-Jauregg für seine Entdeckung den Nobelpreis für Medizin.
Objektbeschreibung
Standgefäss für Chinin
Leihgabe Pharmaziemuseum Basel
Injektionsspritze
Inv. 2018.474.
Injektionsnadeln
Inv. 2018.475.
Fieberthermometer mit Schutzhülle
Inv. 2009.675.