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Objekt 400

Erfundene Sprachen – imaginäre Geschichten

Beschreibung

Viele Leute sagen: Kunst muss wahr sein. Ich glaube das Gegenteil: Kunst darf lügen. Kunst muss etwas vortäuschen, was nicht existiert.
György Ligeti, 1960

Die Vokalmusik ist ein zentraler Bestandteil von György Ligetis Gesamtwerk. Er vertonte nicht nur Gedichte, sondern verwendete auch selbst verfasste Texte oder Lautmaterial in seinen Kompositionen. Schon im Tonbandstück Artikulation wollte er sprachliche Assoziationen hervorrufen. Aventures und Nouvelles Aventures verwenden Phoneme ohne spezifische Bedeutung als Rohmaterial für eine fiktive Sprache. Ihre emotionale Skala, die von Seufzern bis zu Schreien reicht, erinnert gleichwohl an menschliche Kommunikation. Ligeti war auch von Nonsens-Poesie fasziniert, etwa von Lewis Carrolls Texten, die er in den Nonsense Madrigals für die King’s Singers in Musik setzte. Eine besondere Nähe verspürte er zur Lyrik von Sándor Weöres, dessen Gedichte er bereits in seinen frühen Jahren in Ungarn vertonte. In seinem letzten vollendeten Werk Síppal, dobbal, nádihegedűvel (Mit Pfeifen, Trommeln, Schilfgeigen) kehrte er zu Weöres zurück.

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