Objekt 3150
Der Kern des Münsterschatzes: Die Reliquiare
Beschreibung
Seit dem frühen Christentum werden Heilige verehrt, weil sie ein vorbildhaftes Leben führten und sich die Gläubigen himmlische Hilfe von ihnen erhoffen. Daher gelten ihre Reliquien (lateinisch: Überbleibsel) als so wertvoll, dass für ihre Aufbewahrung kostbare Behältnisse geschaffen werden.
Den Kern des Münsterschatzes bilden drei unterschiedliche Typen von Reliquiaren: Die hausförmigen Kästchen, die sogenannten sprechenden Reliquiare und die Schaugefässe.
Die hausähnlichen Schreine sind eine der frühesten Formen der Reliquiare, die noch im Spätmittelalter verbreitet waren, wie die ausgestellten Exemplare belegen.
Die sprechenden Reliquiare weisen anhand ihrer äusseren Gestalt auf die darin enthaltenen Knochenreliquien: So bargen die Büstenreliquiare des hl. Pantalus und der hl. Ursula aus dem 13. und 14. Jahrhundert Schädelfragmente dieser Heiligen. Daneben gibt es halb- und ganzfigurige Reliquiare wie die Statuetten des Königs David und des hl. Christophorus.
Neue religiöse Bedürfnisse zu Beginn des 14. Jahrhunderts bedingten die sichtbare Präsentation der Reliquien und Hostien. Dafür entstanden Monstranzen mit Bergkristalleinsätzen. Siebenderartige Schaugefässe, die zwischen ca. 1345 und 1510 geschaffen wurden, zeigen die typologische Entwicklung von den hochgotischen Scheiben-Monstranzen bis zu den filigranen Turm-Monstranzen der Spätgotik.