Objekt 1181
Chronologie
Beschreibung
1529: Nach der Aufhebung des Barfüsserklosters gehen einige Gebäude an das städtische Spital über. Im sogenannten Almosen wird eine Abteilung für «Geisteskranke» eingerichtet.
Bild: Beschönigende Darstellung des Almosens, Aquarell von Constantin Guise (1811–1856), datiert 1849,
Staatsarchiv Basel-Stadt, BILD Wack. G 112 b
1832: Friedrich Brenner (1809–1874) übernimmt die Leitung der «Irrenabteilung» des alten Spitals. Er schafft Prügelstrafen und Ketten ab.
1842: Neben dem neuen Bürgerspital im Markgräflerhof wird die erste eigenständige «Irrenanstalt» eröffnet.
Bild: Staatsarchiv Basel-Stadt, AL 45 9-27-1
1886: Ausserhalb der Stadt wird unter der Leitung von Ludwig Wille (1834–1912) die ‹Irrenanstalt Basel›, später ‹Heil- und Pflegeanstalt Friedmatt›, eröffnet.
Bild: Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel, Fotoarchiv
1900: Die Evangelische Heilanstalt für weibliche Gemütskranke, die Sonnenhalde in Riehen wird eröffnet. Die Betreuung erfolgt durch Diakonissinnen.
Bild: Staatsarchiv Basel-Stadt, BILD 4, 453
1909: Der Zaun an der Zufahrtsstrasse zur Friedmatt wird mit Holz verschalt, um die Patient:innen vor Belästigungen zu schützen.
1912: Auf der Frauenseite wird ein neuer Pavillon mit einem Wachsaal und einer Einrichtung für die Dauerbadbehandlung in Betrieb genommen. 1920 folgt ein neuer Männerpavillon.
Bild: Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel, Fotoarchiv
1921: Für das Wartpersonal werden Kurse zur «Irrenpflege» eingeführt.
Bild: Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel, Fotoarchiv
1923: Die Psychiatrische Poliklinik für ambulante Behandlungen an der Hebelstrasse entsteht. Sie wird in den ersten drei Jahren von Jakob Klaesi (1883–1980) geleitet.
Bild: Staatsarchiv Basel-Stadt, NEG 4957
1924: Hundert Wärter:innen drohen mit Kündigung, aus Protest gegen die schlechten Anstellungsbedingungen, die unter anderem auch die Zölibatspflicht beinhalten.
Bild: Pflegepersonal mit Essenswagen
Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel, Fotoarchiv
1925: Ernst Rüdin (1874–1952) wird neuer Direktor. Er verstärkt die psychiatrisch-erbbiologische Forschung. 1928 folgt er seiner Berufung nach München. Er ist in der NS-Zeit an der Ausarbeitung des Gesetzes zur «Verhütung erbkranken Nachwuchses» beteiligt.
1926: Erste Versuche mit Familienversorgung werden unternommen. So wird eine Patientin bei einer Bauernfamilie in Wenslingen (BL) untergebracht.
Bild: Psychiatriepflegerin bei einer Pflegefamilie in Baselland, 1960er-Jahre
Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel, Fotoarchiv
1928: John E. Staehelin (1891–1969) wird Direktor. In seiner langen Amtszeit (1928–1959) werden neue körperliche Therapien und die ersten modernen Psychopharmaka eingeführt.
Bild: Personalkonferenz mit John. E. Staehlin, um 1930
Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel, Fotoarchiv
1945: Die psychiatrische Poliklinik am Petersgraben erhält eine Abteilung für Kinder und Jugendliche unter der Leitung von Dora Gasser (1910–1992).
1954: Mit 1019 Patient:innenaufnahmen wird die 1000-Marke überschritten. Die Klinik leidet während vieler Jahrzehnte unter akutem Platzmangel.
Bild: Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel, Fotoarchiv
1954: Die Einführung des ersten modernen Psychopharmakons, dem Antipsychotikum Largactil, trägt mit dazu bei, dass erste Mauern um das Klinikgelände abgerissen werden.
Bild: Universitäre Psychiatrische Kliniken, Fotoarchiv
1954: Die Psychiatrische Altersstation Holdenweid bei Hölstein (BL) nimmt den Betrieb auf.
Bild: Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel, Fotoarchiv
1956: Die schweizweit erste kinderpsychiatrische-psychosomatische Abteilung wird im Kinderspital eröffnet.
1957: Die erste Schule für psychiatrisches Pflegepersonal der Schweiz wird in Basel eröffnet.
1959: Paul Kielholz (1916–1990) wird neuer Direktor. Unter ihm wird 1960 die ‹Heil- und Pflegeanstalt Friedmatt› in ‹Psychiatrische Universitätsklinik› (PUK) umbenannt.
1960: Die Weiterentwicklung im Bereich der Psychopharmaka führt dazu, dass in vielen Abteilungen die Gitter entfernt werden können.
Bild: Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel, Fotoarchiv
1960: Die Kinder- und Jugendpsychiatrische Poliklinik erhält am Schaffhauserrheinweg 55 ein eigenes Gebäude.
Bild: Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel, Fotoarchiv
1963: Der Zoo Basel stellt für den Klinikpark diverse Tiere zur Verfügung – darunter auch Kraniche.
Bild: Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel, Fotoarchiv
1968: Ein Neubau für die Schwestern- und Pflegerschule entsteht.
Bild: Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel, Fotoarchiv
1968: Die ‹Psychiatrische Universitätsklinik› (PUK) Basel wird zum europäischen Zentrum der Weltgesundheitsorganisation WHO für den Informationsaustausch und die Registrierung psychotroper Substanzen.
Bild: Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel, Fotoarchiv
1972: Ein Vita-Parcour wird auf dem Klinikgelände eröffnet.
Bild: Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel, Fotoarchiv
1972/1973: Ein sozialpsychiatrisches Reformprojekt, bei dem eine Abteilung der PUK als therapeutische Gemeinschaft organisiert werden sollte, scheitert am Widerstand der Abteilungspfleger.
1974: Im Haus zum Fermel wird die erste externe Wohngemeinschaft der PUK eröffnet.
Bild: Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel, Fotoarchiv
1977: Die Psychiatrische Universitätspoliklinik wird räumlich und administrativ ins Kantonsspital integriert.
1980: An der Therwilerstrasse 7 entsteht der Treffpunkt Demokratische Psychiatrie als Begegnungsort für Betroffene und Angehörige.
Bild: Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel, Fotoarchiv
1982: Der Verein Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft (PSAG) wird gegründet. Er setzt sich für sozialpsychiatrische Reformen ein.
1991: Die Psychiatrische Kriseninterventionsstation (KIS) im Kantonsspital nimmt den Betrieb auf.
1991: Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen werden aus der Klinik ausgegliedert und in speziellen Wohnheimen untergebracht.
1991: An der Socinstrasse öffnet die Psychotherapeutische Tagesklinik (PTK) ihre Türen.
1993: Die erste jugendpsychiatrische Station der Schweiz wird an der Röschenzerstrasse eröffnet.
1994: In Basel wird unter der Leitung der PUK das Projekt ‹Janus› zur heroingestützten Behandlung von Opioid-Süchtigen gestartet.
1997: Die Forensische Abteilung wird eröffnet.
Bild: Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel, Fotoarchiv
2005: Die Kinder- und Jugendpsychiatrische Klinik (KJPK) und die Psychiatrische Universitätsklinik (PUK) werden unter dem Namen ‹Universitäre Psychiatrische Kliniken› (UPK) zusammengeführt.
2011: In den UPK wird die schweizweit erste stationäre forensische Abteilung für Jugendliche eröffnet.
2012: Das Prinzip der «offenen Türen» wird eingeführt. In der Folge werden mehrere geschlossene Abteilungen geöffnet und Isolationsräume zu normalen Zimmern umgestaltet.
2013: Die Poliklinik verlässt das Kantonsspital und zieht mit der neuen Bezeichnung ‹Gesundheitszentrum Psychiatrie› in ein eigenes Gebäude an der Kornhausgasse.
2016: Für die Genesungsbegleitung werden die ersten Peers eingestellt. Peers sind Fachpersonen mit eigener Krankheitserfahrung.
2019: Der Neubau der Klinik für Kinder und Jugendliche wird am Rand des UPK-Campus eröffnet.
Bild: Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel
2019: Das Modellprojekt ‹Home Treatment› startet. Dabei werden Patient:innen zu Hause betreut.