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Objekt 701

Anne-Marie v. Stürler (1926–2022)

Beschreibung

Anne-Marie v. Stürler wurde als jüngste von vier Töchtern in eine alteingesessene Berner Familie geboren. Die Eltern waren streng, vor der Mutter hatte sie sogar Angst, weshalb sie oft Trost beim Dienstmädchen suchte. Bereits mit sieben Jahren begann sie mit dem Geigenunterricht.

Nach der Sekundarschule wäre sie gerne aufs Gymnasium gegangen, doch dort waren die Klassen gemischt, was für ihren Vater nicht in Frage kam. Stattdessen besuchte sie die Töchterhandelsschule und die Frauenarbeitsschule. Schliesslich erlaubten ihre Eltern ihr, die Berufsschule des Konservatoriums zu besuchen. Nach einem Studienaufenthalt in Paris wurde Anne-Marie Geigenlehrerin am Berner Konservatorium und Musiklehrerin an der Neuen Mädchenschule. Über viele Jahre spielte sie zudem im Berner Kammerorchester und im Berner Symphonieorchester Geige und Bratsche – was für sie «das Schönste» gewesen sein soll.

Objektbeschreibung

«Ich habe mehrmals zu spüren bekommen, dass Musik nichts gilt, jedenfalls nicht in unseren Kreisen. ‹Dann heiratet sie einen blöden Musiker› hörte ich von meinem Onkel. Aber meine Eltern haben immer zu mir gehalten. In anderen Aspekten war meine Mutter eine schwierige Person, aber sie hatte ihre Freude, mich oben musizieren zu hören.»

(aus den Lebenserinnerungen von Anne-Marie v. Stürler)

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