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verrückt normal

Geschichte der Psychiatrie in Basel

Was erscheint uns als «normal», als «nicht normal» oder als «verrückt»?  Wo liegt die Grenze zwischen psychisch gesund und psychisch krank und wie verschob sich diese im Lauf der Zeit? Die Sonderausstellung «verrückt normal» in der Barfüsserkirche beschäftigte sich mit diesen Fragen und erzählte die Geschichte der Basler Psychiatrie der letzten 150 Jahre. 

19.9.2024 bis 29.6.2025

Sonderausstellung Barfüsserkirche

Über die Ausstellung

Was erscheint uns als «normal», als «nicht normal» oder als «verrückt»? Wo liegt die Grenze zwischen psychisch gesund und psychisch krank und wie verschob sich diese im Lauf der Zeit?

Die Sonderausstellung «verrückt normal» erzählt die Geschichte der Basler Psychiatrie der letzten 150 Jahre. Und sie befasst sich mit Fragen, die uns auch heute noch beschäftigen. Betroffene und Fachleute kommen zu Wort und diskutieren aktuelle Fragen rund um die Psychiatrie aus verschiedenen Perspektiven.

Rückblick auf die Ausstellung

Die Ausstellung «verrückt normal» befasste sich mit der Geschichte der Psychiatrie in Basel der letzten 150 Jahre. Den Anstoss für das Projekt gab die Übernahme der historischen Objektsammlung der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK) durch das Historische Museum Basel.

Ausgehend von diesen Gegenständen, die in Basler psychiatrischen Kliniken zwischen 1880 und 1990 verwendet wurden, sowie historischen Krankengeschichten aus dem Basler Staatsarchiv zeigte die Ausstellung den Wandel von Testmethoden, Diagnosen, Therapien und Klinikalltag – und ermöglichte Einblicke in einzelne Schicksale.

Die Ausstellung machte die Komplexität psychiatrischer Diagnostik erfahrbar und beleuchtete die Überlegungen, die hinter Methoden wie der Schlafkur, der Malariatherapie oder der Elektroschockbehandlung standen. Denn manche der älteren Behandlungsmethoden sind aus heutiger Sicht nicht mehr nachvollziehbar. In ihrer Zeit galten sie jedoch als bahnbrechend und weckten oft grosse Hoffnungen auf Heilung – die dann meistens enttäuscht wurden. Die Geschichte der Psychiatrie ist die Geschichte eines Suchprozesses, der auch heute nicht abgeschlossen ist. Denn angesichts der Komplexität des bio-psycho-sozialen Phänomens «Psyche» stösst die Psychiatrie immer wieder an ihre Grenzen. So stellen psychische Erkrankungen auch heute eine grosse gesellschaftliche Herausforderung dar.

Um ein Bild über die heutige Psychiatrie – mit ihren Möglichkeiten und Grenzen – zu geben, wurden Videointerviews mit Betroffenen, Angehörigen und Fachleuten aus verschiedenen Disziplinen geführt. Der daraus produzierte Film widmete sich mitunter kontrovers diskutierten Fragen wie: Sind psychische Krankheiten ein Tabu? Macht unsere Zeit uns krank? Braucht es Zwang? Was bewirken Psychopharmaka? Und welche Psychiatrie wünschen wir uns?

Die Ausstellung schlug so den Bogen von den historischen Objekten und Fallgeschichten zur unmittelbaren Gegenwart und machte deutlich, dass es im Umgang mit psychischen Erkrankungen Grundfragen und Herausforderungen gibt, die uns als Gesellschaft bis heute beschäftigen. Sie zeigte gesellschaftliche Spannungsfelder auf und verzichtete auf einfache Antworten. Dadurch wurden die Besucher:innen zu einer offenen und informierten Auseinandersetzung eingeladen. Es war dem Historischen Museum Basel ein Anliegen, einen Beitrag zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen zu leisten.

In den neun Monaten Laufzeit zählte die Ausstellung 28’815 Besucher:innen (35'123 mit Museumsnacht). 198 Gruppen von Bildungsinstitutionen nahmen an Workshops teil, somit rund 4000 Schüler:innen und Studierende. Zudem besuchten 89 Gruppen die Ausstellung, darunter viele aus den Bereichen Psychiatrie, Psychologie oder Justiz.

Teil des Projekts waren neben der Ausstellung ein Buch zur Geschichte der Basler Psychiatrie sowie ein neuteiliger Podcast.

Virtueller Rundgang

Unterstützung

Die Ausstellung und die Publikation wurden ermöglicht
dank der grosszügigen Unterstützung unserer Partner und weiterer Gönner:innen und Sponsor:innen, die nicht genannt werden möchten.
Die Publikation wurde gedruckt mit Unterstützung der Berta Hess-Cohn Stiftung, Basel.

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