Objekt 1
Strassburger Kachelofen aus dem Württembergerhof
Beschreibung
Ein Ofen dieser Grösse und Qualität war weitaus mehr als ein Heizkörper, sondern
zugleich ein erlesenes Ausstattungsstück, das den Geschmack und Wohlstand
seiner Besitzer vor Augen führte. Der 3 m hohe Strassburger Kachelofen ist aus
insgesamt 71 Einzelteilen zusammengesetzt, wobei die Fugen so geschickt durch
vergoldete Ornamente in Rocailleformen verdeckt sind, so dass der Ofen wie aus
einem Stück gemacht erscheint. Die gemalten Blumenbouquets wurden nach
Kupferstichvorlagen verschiedener französischer Künstler geschaffen, die sich genau
der Form des jeweiligen Bildfeldes anpassten.
Der Kachelofen stand ursprünglich im Württemberger Hof, einem prachtvollen
Stadtpalais, das der Basler Handelsherr und Seidenbandfabrikant Markus Weiss-
Leissler um 1750 aus- und umbauen liess. Er bestellte diesen monumentalen Ofen
bei dem renommiertesten Strassburger Ofenbauer: François-Paul Acker. Der Ofen
stand dort in einem mit 35 qm deutlich grösserem Raum als hier im Kirschgarten. Als
der Württemberger Hof 1932 abgerissen und an seiner Stelle das Basler
Kunstmuseum errichtet wurde, gelangte der Ofen in das Historische Museum
Basel.
Objektbeschreibung
Strassburg, zwischen 1748 und 1753
Hafner: François-Paul Acker
Maler Blumendekor: Christian Wilhelm von Löwenfinck
Fayence mit Aufglasurbemalung, Kaltvergoldung, Sandsteinplatte
Geschenk Erben Valérie Burckhardt-Thurneysen
Inv. 1932.359.