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Raum 223

Stadtansichten

Beschreibung

Stadtansichten
Die Stadtansichten zeigen verlorene Bauten und Anlagen Basels (Befestigung, Stadttore) und die Menschen im Lebensraum der Stadt. Die zweite Stadterweiterung Basels im 13. Jh. schlägt sich noch im heutigen Stadtbild im Verlauf der inneren Grabenstrassen nieder: St. Albangraben, Steinenberg, Kohlenberg, Leonhardsgraben und Petersgraben.
Der Bau des ersten Bahnhofs in Basel (Basel-Strassburg) liess 1844 eine Erweiterung der Befestigung nach Norden notwendig werden, der Bahnhof wurde in die Mauern einbezogen. Im 19. Jh. wurden die Befestigungsanlagen, von denen heute nur noch wenige Reste zeugen, schrittweise beseitigt.

Porträts und Interieurbilder
Die Porträts aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigen Basler Familien und Einzelpersonen in ihrer privaten Umgebung oder in Verbindung mit der Natur. Das Interieur-Bild, das als Gattung erst Anfang des 19. Jahrhunderts entstand, wird zum beliebten Motiv der Selbstdarstellung des begüterten Stadtbürgertums in Basel. Es ist vor der Verbreitung der Fotografie die wichtigste Bildquelle zur bürgerlichen Wohnkultur. Auf den Bildern werden Basler allein oder im Familienkreis in ihrem Wohnkontext festgehalten, wie der aus wohlhabenden Verhältnissen kommende Amateurmaler Hieronymus Emil Bischoff in der St. Alban-Vorstadt oder der erfolgreiche Transportunternehmer Emanuel Walter Oswald-Falkner mit Gemahlin in St. Louis bei Basel. Einblicke in die bescheidenere Welt des Kleinbürgertums gewähren die kleinformatigeren Bildnisse der Familie von Schreibmeister Franz Matzinger-Egger und des Spezereihändlers Tripet in Kleinbasel. Wichtigen Zeugnischarakter besitzen diese Interieurs für die verlorenen textilen Ausstattungen und die Identifikation von Einrichtungsgegenständen.

St. Jakobsdenkmal
Durch den Triumph der napoleonischen Befreiungskriege 1813–1815 erstarkte das Nationalbewusstsein der europäischen Länder. Die in ganz Europa verbreitete Rückbesinnung auf die Gotik und ein blühender Denkmalkult sind Ausdruck dieser vaterländischen Gesinnung. Auch in Basel fanden diese Phänomene ihren Niederschlag.
Das erste St. Jakobsdenkmal (1824)
Das Denkmal steht am Anfang einer Reihe neugotischer Bauten in Basel. Es sollte als Nationaldenkmal der eidgenössischen Gefallenen in der Schlacht von St. Jakob (26. August 1444) gedenken. Trotz der verheerenden Niederlage gegen die französische Armee wurde diese Schlacht zum Symbol eidgenössischer Tugend, Treue, Einheit und Opferbereitschaft und wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts zunehmend verklärt.
Der neugotische Pfeiler des bis dahin ausschliesslich von antiken Vorbildern geprägten Künstlers Marquard Wocher (1760–1830) – in der ursprünglichen Planung noch im neuesten Material Gusseisen gedacht – steht unter dem Eindruck des Kreuzbergdenkmals in Berlin (1818–1822). Dieses wurde in Erinnerung an den Sieg der Aliierten über Napoleon vom preussischen Architekten Karl-Friedrich Schinkel (1781–1841) entworfen.
Das zweite St. Jakobsdenkmal (1872)
Die Baufälligkeit des ersten St. Jakobsdenkmals führte 1859 zur Ausschreibung eines Wettbewerbs für die Errichtung eines neuen Monumentes. Die langwierige Planungsgeschichte (1859–1872), in der zahlreiche Entwürfe verschiedenster Künstler entstanden, fand krönenden Abschluss in der Errichtung des zweiten St. Jakobs-Denkmals nach Entwürfen des klassizistisch geprägten Bildhauers Ferdinand Schlöth (1818–1891).

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