Objekt 3011
Hl. Christophorus aus der Kartause in Freiburg im Breisgau
Beschreibung
Der hl. Christophorus durchschreitet einen Fluss und trägt auf seinen Schultern das Christuskind, das die Weltkugel hält. Wahrscheinlich stiftete der Basler Bischof Christoph von Utenheim († 1527) dieses Glasgemälde.
Die acht Glasgemälde aus der Freiburger Kartause gehören zu einem Zyklus von ursprünglich 31 Scheiben (fünf kriegszerstört), die ursprünglich wohl den grossen Kreuzgang des Klosters schmückten. Sie zählen zum Bedeutendsten, was die deutsche Glasmalerei des frühen 16. Jahrhunderts hervorgebracht hat. Bemerkenswert sind die plastische, zeichnerisch durchgebildete Behandlung der Körper, Gewänder und Landschaften.
Kulturgeschichtlich interessant ist die grosse Anzahl von Ritzinschriften und Jahreszahlen des 16.–18. Jahrhunderts, mit denen sich Besucher der Kartause verewigt haben.
Nach der Säkularisierung der Kartause 1782 wurden die Glasgemälde 1783 in der Klosterkirche von St. Blasien im Schwarzwald wieder verwendet, was ihre hohe Wertschätzung bezeugt: Die spätmittelalterlichen Farbfenster wurden dort mit zeitgenössischen Schöpfungen kombiniert.
Nach der Aufhebung des Klosters St. Blasien wurden die Scheiben verkauft und gelangten über mehrere Besitzerwechsel in die Gräflich Douglas'sche Sammlung, die 1897 in Köln versteigert wurde.
Objektbeschreibung
Freiburg i. Br., um 1510–1515
Ausführung: Werkstatt Hans Gitschmann von Ropstein (1480/85–1564)
Inv. 1898.389.