Zündholzetui "SOLDATENWEIHNACHT 1943"

Zündholzetui "SOLDATENWEIHNACHT 1943"

Le Locle (NE), 1943 datiert
Hersteller: Huguenin Médailleurs, Le Locle
Aluminium, geprägt
H. 0,6 cm, B. 5,2 cm, T. 6 cm
Inv. 2010.307

Bildauflösung:
394px x 394px

CHF 40.00

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Neben den sonstigen Entbehrungen bedeutete der Aktivdienst während des Zweiten Weltkrieges für viele Schweizer Soldaten auch, dass sie die Weihnachtsfeiertage nicht zu Hause verbringen konnten. Aus diesem Grund entstand 1939 die Institution der Soldatenweihnacht: Die Aktivdienstler wurden in grossen Sälen zusammengezogen, um dort unter ihresgleichen Weihnachten zu feiern. Von Kinderchören besungen, wurden sie von Privatpersonen und Firmen mit einem Päckchen voller Gaben beschenkt.
Im Bestand des Historischen Museums Basel zeugen eine Landkarte (1940) sowie ein Kaffeelöffel (1944) von diesen Feiern. Hinzu kommt nun dieses kleine Etui aus Aluminium mit Klappdeckel und der in drei Landessprachen eingeprägten Widmung «SOLDATENWEIHNACHT 1943». Hergestellt von der Firma Huguenin Frères et Cie SA in Le Locle, dient es der trockenen Verwahrung eines Zündholzbriefchens.
Auf dem Deckel ist ein breitbeinig stehender Krieger dargestellt, der mit einem Zweihänder mit geflammter Klinge zum Schlag ausholt. Das muskulöse Erscheinungsbild des Kämpfers ist typisch für die Ikonografie der 1930er und 1940er Jahre. Zugleich wird hier aber auch das Motiv des tapferen Eidgenossen aufgegriffen, der sich erfolgreich gegen fremde Mächte zur Wehr setzt. Diese Rückbesinnung auf die Wehrhaftigkeit der alten Eidgenossen begann bereits im Kontext der Bundesstaatsgründung 1848 und erreichte während des Zweiten Weltkrieges vor dem Hintergrund der Geistigen Landesverteidigung einen ideologischen Höhepunkt. Den Aktivdienstlern sollte am «Fest der Liebe» mit derart symbolgeladenen Geschenken nicht nur eine Freude bereitet, sondern auch Mut für den Kampf gemacht und Durchhaltewille eingeimpft werden. Der Topos der wehrhaften Schweiz wird indes auch in der Gegenwart immer wieder heraufbeschworen, wie sich jüngst in der Diskussion um die Volksinitiative «Für einen Schutz vor Waffengewalt» gezeigt hat.

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