Zelt der Zunft zum Goldenen Stern
Zelt der Zunft zum Goldenen Stern
Zelt der Zunft zum Goldenen Stern

Zelt der Zunft zum Goldenen Stern

Basel, 17. Jahrhundert (mit zahlreichen späteren Rekonstruktionen)
Ungebleichtes Hanf-Leinen-Gewebe
Dm. am Boden 5,4 m
H. inkl. Wetterfahne 5,4 m
Inv. 1889.81

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Das Zelt der Zunft zum Goldenen Stern ist das letzte erhaltene Exemplar einer Basler Zunft. Es wurde in Zeiten des Krieges, aber auch zu geselligen Anlässen, wie etwa Schützenfesten, benutzt. Von anderen Basler Zunftzelten haben sich bloss die Wetterfahnen erhalten.
Die fünfzehn Zünfte in Basel hatten nebst gewerblichen und politischen Funktionen auch kommunale Aufgaben. Dazu gehörten unter anderem das Feuerlöschen, der Wachdienst und die Organisation von Truppen für den Kriegsfall. Da die Zunft zum Goldenen Stern die Berufe der Scherer, Bader, Wundärzte und Chirurgen vereinigte, diente ihr Zelt in bewaffneten Konflikten vermutlich hauptsächlich als Sanitätslokal.
Die eindrückliche Konstruktion, die mit der blechernen Wetterfahne über fünf Meter hoch ist, hat einen runden Grundriss und läuft gegen oben in einen Kegel aus. Ein blauer Flammenkranz um den Kegel, vertikal verlaufende blaue Stoffbändel und das markante Zunftwappen in dreifacher Ausführung zieren das ungebleichte Hanf-Leinen-Gewebe.
Das Zelt entstand wahrscheinlich bereits vor 1655 und wird über die Jahrhunderte verschiedentlich erwähnt. Schon bevor die Zunft es 1889 dem Museum schenkte, wurde es wiederholt ausgebessert. Auch seither sind mehrere, teils umfangreiche Reparaturen sowie Rekonstruktionen dokumentiert. Durch die jahrzehntelange Ausstellungsdauer sind wiederum zahlreiche Abnutzungen entstanden. Somit dürften nur wenige Teile des heutigen Zelts noch der Originalstruktur aus dem 17. Jahrhundert entsprechen. Nebst einigen Gewebestücken sowie vereinzelten Lederteilen und Nägeln am Kegel, sind Fragmente des originalen Zunftwappens erhalten.

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