Verstorbenes Kind im Himmel

Verstorbenes Kind im Himmel

wohl Basel
zweites Viertel des 19. Jahrhunderts
Ölmalerei auf Leinwand
H. 29,2 cm, B. 27,4 cm
Inv. 1982.5910.

Bildauflösung:
5735px x 6516px

CHF 40.00

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Ein Engel im Himmel
Nicht tot im Sarg liegend, sondern bereits in himmlische, durch Wolken angedeutete Sphären entrückt, ist das verstorbene Kind dargestellt. Mit zum Beten gefalteten Händen und in ein gelbes, antikisierendes Gewand gehüllt, richtet es den Blick aus seinem zarten, von blonden Locken umrahmten Gesicht nach unten, als suche es den Kontakt zu der hinterbliebenen Familie.

Das Bild scheint die malerische Umsetzung der trostreichen Vorstellung zu sein, dass verstorbene Kinder als Engel weiterleben, wie sie in der fast gleichzeitigen Leichenrede einer in Basel verstorbenen Zweijährigen zum Ausdruck kommt: «Die Eltern haben nun einen Engel im Himmel, ein Band mehr, welches Sie an die höhere Welt knüpfet. Und von dort ruft dieser Engel den trauernden Eltern zu: weinet nicht um mich denn mir ist wohl hier in der himmlischen Heimath ...». Die Wolken geben einen Hinweis darauf, dass die Seele des Kindes «das irdische Jammertal» bereits verlassen hat und in das Himmelsparadies aufgenommen wurde.

Das Bild ist Zeugnis einer Erinnerungskultur an einen geliebten, aber verstorbenen Menschen. Darstellungen bereits Gestorbener im Kreise ihrer Familie finden sich auf Stifterbildern des Spätmittelalters oder in der Votivmalerei bis in das 19. Jahrhundert; dort sind die im Betgestus Dargestellten durch ein Kreuz über ihrer Gestalt als verstorben gekennzeichnet. Die Darstellung des Kindes im Himmel erscheint seltener; ungleich häufiger wird der Übergang vom Reich der Lebenden in den Himmel gezeigt. Hierbei erscheint meist ein Engel, der den Verstorbenen auf seiner «letzten Reise» ins himmlische Paradies begleitet.

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