Porträts des Abel und der Catharina Socin-Verzasca

Porträts des Abel und der Catharina Socin-Verzasca

Bartholomäus Sarburgh, Basel, 1618 datiert
Ölmalerei auf Leinwand
H. 93 cm, B. 70 cm
Inv. 1991.263.1.–2.

Bildauflösung:
394px x 394px

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Die Mitglieder der Familie Sozzino, die sich später Socin nannten, waren in der ersten Zuwanderungswelle der Refugianten aus Bellinzona nach Basel gekommen; Benedetto Sozzino (1536–1602), Abels Vater, hatte 1555 in Basel Zuflucht gesucht und war 1565 eingebürgert worden.
Wie andere Glaubensflüchtlinge betrieben sie ihre Geschäfte im Transport- und Handelswesen ohne nennenswerte Unterbrechung oder Änderung von Basel aus weiter.
Ihre visionären Vorstellungen von einem grosszügig angelegten Textilgewerbe scheiterten jedoch vorerst an den engen Grenzen der Basler Zünfte. Abel Socin (1581–1638), bereits in Basel geboren, hatte 1602 keine alteingesessene Baslerin, sondern Catharina Verzasca (1586–1627) geheiratet, die im Tessin, in der Gegend von Locarno, geboren worden war. Wie die Socin waren auch die Verzasca gegen Ende des 16. Jahrhunderts aus Glaubensgründen nach Basel gekommen. Das Bildnispaar zeigt die dunkel gekleideten, ernsthaft blickenden Eheleute im Alter von 37 bzw. 31 Jahren. Catharina erscheint gleichgewichtig, ihrem Mann in Grösse, Selbstbewusstsein und Ernsthaftigkeit entsprechend, wie es der Stellung der Frau im 17. Jahrhundert entsprach: Die Hausfrau, die «Hausmutter», war eigenständig verantwortlich für das gesamte, viele Personen umfassende Hauswesen. Die beiden hatten miteinander fünf Kinder; Abel Socin, Tuchhändler und Gastwirt zum Storchen, stieg bis in das Amt des Gerichtsherrn auf. Beide liegen in der Peterskirche begraben; als Abel Socin 1638, mehr als ein Jahrzehnt nach seiner Frau starb, bezog sich der Text seines Epitaphs auch noch auf sie: «Der Ehrenvest und Fürnehm Herr Abel Socin, Beysitzer eines Loblichen Stattgerichts / folgt seiner lieben Ehegemahl den Weg alles Fleisches 11. jahr hernach / so er in beständigem Witwenstand durch vielerley Widerwertigkeiten Christlich und loblich zugebracht».Der Maler Bartholomäus Sarburgh (wohl 1588– um 1650) wurde in Trier an der Mosel geboren, erhielt seine Ausbildung vermutlich in den Niederlanden und porträtierte nicht nur Angehörige der Basler, sondern auch der Berner Oberschicht in diesem feststehenden, sehr auf ernste Repräsentation ausgerichteten Bildnistypus.

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