Porträt der Marguerite Eglinger

Porträt der Marguerite Eglinger

Theophil Preiswerk
Basel, Dezember 1870
Öl auf Leinwand
H. 79 cm, B. 67 cm (mit Rahmen)
Inv. 1959.76.

Bildauflösung:
4330px x 5397px

CHF 40.00

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Aufgeweckt und wohlbehütet
Marguerite Eglinger (1870–1952) war die erste von drei Töchtern des Gotthold Eglinger, Tenor und Gesangslehrer am Basler Realgymnasium, und seiner Frau Hermine, geb. Oboussier aus Aarau. 1870, als Marguerite geboren wurde, wohnte die Familie am Aeschengraben 12 in Basel. Im Dezember desselben Jahres wurde sie vom Basler Maler Theophil Preiswerk porträtiert. Das sieben Monate alte Mädchen, bekleidet mit einem kurzärmeligen, gestreiften Kleidchen und grossem, weissen Latz, sitzt in einem hohen Kinderstuhl. Gebannt blickt das Kind zum Maler und nicht auf die vor ihm liegende Puppe. Diese hält es aber mit der rechten Hand fest und verhindert, dass sie von der Holzplatte fällt, die als wichtiger Bestandteil des Hochsitzes einerseits zum Schutz des Kindes, andererseits als Spiel- oder Esstischfläche dienen kann (Kat.Nr. 30).

Das Oval der mit Jonc-Geflecht versehenen Rückenlehne des Stuhles nimmt – leicht aus der Mittelachse versetzt – die Form des Bildes und seines Rahmens auf. Ein roter geblümter Vorhang rahmt die Szene auf der linken Seite; die diagonal nach rechts gerichteten Arme des Kindes geben dem statischen Bild eine gewisse innere Spannung. Der Basler Maler Theophil Preiswerk (1846–1919) hat sein Werk unten rechts auf dem Stoff des Kleides des Mädchens signiert und datiert: «T. P. Dez. 1870».

Preiswerk besuchte den Zeichenunterricht von Ludwig Adam Kelterborn in Basel, bevor er für kurze Zeit nach Paris ging und dann in München an der Piloty-Schule ausgebildet wurde. Der Einfluss von Hans Thoma und dem Kreis um Wilhelm Leibl ist in der zarten, gedämpften Tonigkeit und ausgesprochen malerischen Anlage zu spüren, die auch das Bildnis der Marguerite Eglinger prägen.

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