«Globus zum Bauen in 38 Teilen»

«Globus zum Bauen in 38 Teilen»

Deutschland, um 1870
Stahlstich, koloriert
auf Holzkern aufgezogen
H. 25,5 cm, Dm. 16,8 cm
Inv. 1982.619.

Bildauflösung:
4409px x 4933px

CHF 40.00

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Die Weltkugel zum Zusammensetzen
Bei dem «Weltkugel-Spiel», wie es auf der Anleitung auch genannt wird, handelt es sich um eine aus 38 Einzelteilen bestehende Kugel, die einen Globus darstellt. Horizontal ist sie in mehrere Scheiben zerteilt, die auf den Oberseiten jeweils mit der Landkarte eines Kontinents (oder Halbkontinents) und auf den Unterseiten mit Illustrationen und Kommentaren zu dem jeweiligen Erdteil beklebt sind. Diese Scheiben sind wiederum in eine unterschiedliche Anzahl von Segmenten zerlegt. Beim Spiel müssen wie bei einem Puzzle zunächst die einzelnen Kontinente zusammen gefügt und diese dann anschliessend zu einer Weltkugel aufeinander gelegt werden. Auf diese Weise lernen die Kinder die einzelnen Kontinente in der flachen Projektion kennen sowie auch ihre Lage und ihr Verhältnis zueinander auf dem Globus.

Die Informationen, die auf den Unterseiten der Scheiben gegeben werden, sind recht summarisch und nennen Abmessungen, Begrenzungen, Einwohnerzahl und bilden exemplarisch einige Tiere oder Bewohner des jeweiligen Erdteils ab. Trotz des Bemühens, Kenntnisse von fremden Ländern zu vermitteln, macht sich doch eine dezidiert eurozentrische Weltsicht bemerkbar, wenn es heisst: «Europa ist der kleinste der fünf Welttheile, aber der Erste, was Fruchtbarkeit, Betriebsamkeit und Wissenschaften anbelangt». Benutzt wurden solche Globen beim lehrreichen Spiel oder privaten Unterricht innerhalb der Familien, und mit etwas Phantasie liess sich damit auch ein unterhaltsames Gesellschaftsspiel gestalten. Sie sind von verschiedenen Herstellern, vor allem in England und in Nürnberg, produziert worden und sicherlich zu einem beträchtlichen Preis in den Handel gekommen. Der Herstellerhinweis auf der zugehörigen Holzkiste ist leider völlig unkenntlich gemacht worden. Immerhin weiss man durch zwei Aufkleber, dass dieses Exemplar in Basel, in der Quincaillerie- und Spielwarenhandlung von Eduard Schneider in der (heute nicht mehr bestehenden) Spor(r)engasse 8, verkauft worden ist.

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