Burg mit Drahtbrücke
Burg mit Drahtbrücke - 1

Burg mit Drahtbrücke

Firma Rock und Graner
Biberach an der Riss
(Baden-Württemberg), um 1870/80
Blech, geprägt, Draht
mit Lackfarben bemalt, Glimmer
H. 29,5 cm, B. 30,8 cm, T. 18,5 cm
Inv. 1947.123.

Bildauflösung:
394px x 394px

CHF 40.00

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Märchenland aus Blech
Sehr beliebt waren in Basel, wenn man von der Anzahl der im Museum erhaltenen Objekte ausgeht, die hochwertigen Blechspielzeuge aus dem württembergischen Biberach an der Riss. Die dort ansässige Firma Rock und Graner stellte in grosser Anzahl Kutschen, Schiffe und Eisenbahnen, Küchen und Puppenstubenmöbel her. 1851 hatte die Firma auf der Londoner Weltausstellung reüssiert und für ihre lackierten Blechspielwaren zwei Preismedaillen erhalten. Aus der anschliessenden Blütezeit des Unternehmens stammt diese «Burg mit Drahtbrücke Nr. 1», wie sie im Firmenkatalog aus der Zeit um 1875 bezeichnet wird. Dort finden sich über vierzig weitere Spielzeuglandschaften dieser Art, bei denen Wasser die entscheidende Rolle spielt. Meist wird dabei das Wasser in einen gut verdeckten Behälter im oberen Bereich der Landschaft gefüllt. In diesem Fall ist er in der rechten Höhenburg und das Einfüllloch unter ihrem Rundturm verborgen. So ist die Herkunft des Wassers verschleiert, wenn es aus dem runden Felsblock im tiefer gelegenen See heraussprudelt.

Ist das Reservoir entleert und der See gefüllt, dann sorgt ein – heute leider nicht mehr erhaltenes – Fischerboot aus Blech für das weitere, vermutlich recht nasse Vergnügen der Kinder.

Während die meisten Spielzeuge des 19. Jahrhunderts das Kinderspiel mit einer lehrhaften oder lenkenden Absicht verbinden, ist eine solche bei diesem Objekt nicht festzustellen. Die Erheiterung der Kinder beim Spielen und Planschen mit dieser bunten, märchenhaft anmutenden Miniaturlandschaft war vermutlich das einzige Ziel, und der Kauf dieses Spielzeugs scheint erfreulicherweise ohne erzieherische Hintergedanken gewesen zu sein.

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