Textilkunst

Fünfzehn Wirkteppiche und vier kleinere Wirkteppichfragmente des 15. Jahrhunderts zählen wegen ihrer Seltenheit und ihrer künstlerischen und technischen Qualität zum kostbarsten geschlossenen Sammlungsbestand des Historischen Museums Basel. Von diesen Wand¬behängen, Antependien, Kissenplatten und Fragmenten sind siebzehn als Basler Arbeiten erkannt, zwei sind in Strassburg entstanden. Als Bildteppiche prägen sie eine lokale Kunstgattung, die im profanen Bereich mit Wildleuten, Fabeltieren und mit Liebespaaren aus idealisierter höfischer Gesellschaft eine verschlüsselte Deutung von Tugenden und Leidenschaften wagt. Fünf Beispiele zeigen religiöse Themen. Alle Wirkereien, darunter auch einige des frühen 16. Jahrhunderts, sind im Museum für Geschichte ausgestellt.

Bunte Basler und Schweizer Woll und Seidenstickereien aus dem 16. und 17. Jahrhundert sind in bedeutenden Einzelstücken vertreten. In grösserer Zahl vorhanden sind Stickereien aus dem 16. Jahr¬hundert nach zeitgenössischen Bibelillustrationen oder mit volkstümlichen Motiven. Die reichhaltige Textilsammlung enthält auch einige europäische und aussereuropäische Seiden des 12. 14. Jahrhunderts, welche unter anderem Grabfunden auch aus dem Basler Münster entstammen oder Bestandteile von kirchlichen Geräten sind.

Die Seidenbandindustrie, die im 18. und 19. Jahrhundert den wirtschaftlichen Wohlstand der Stadt Basel bestimmte, ist mit Dokumenten aus drei mittlerweile erloschenen Firmen und mit zahlreichen weiteren Belegen aus dem 18.-20. Jahrhundert vertreten. Gegen 900 Musterbücher mit je mehreren Hundert Bandmustern, rund 6000 Entwürfe, über 1500 Bänder und Liassen, ferner gegen 1600 Lehrbücher, Handbücher, Dokumente, Handschriften, Musterkarten bewahrt das Museum in seiner Sammlung.

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