Münzen und Medaillen

Seit Jahrhunderten gelangten in Basel Münzen und Medaillen unterschiedlichster Qualität in öffentlichen Besitz: als Teil des Amerbach-Kabinetts (1661), des Museums Faesch (1823) oder der vielseitigen Sammlungen von Rudolf Brüderlin (1917); auch spezialisierte Münz- und Medaillen-Sammlungen wie das umfangreiche Schorndorff-Kabinett (1911/1943) oder regional orientierte Spezialsammlungen wie die der Altertumsforscher und Althistoriker Daniel Bruckner (1778), Johann Jakob Schmid (1857), Wilhelm Vischer (1864), Auguste Quiquerez (1880), Johann Jakob Bachofen (1921), Andreas Alföldi (1982) und Leon Der Grigorian (1989) flossen ebenso wie die auf Basel und seine Region konzentrierten Bestände von Hieronymus Falkeisen (1815), Louis Ewig (1894/1917) und Friedrich August Lichtensteiger (1957) in die Öffentliche Münzsammlung ein. Sie wurde zunächst – wie bis ins 20. Jahrhundert üblich – in der Öffentlichen Bibliothek aufbewahrt. Erst 1849 gelangte sie in das neue Museum an der Augustinergasse als Teil der Antiquarischen Sammlung, mit der sie schliesslich in das 1892 neu gegründete Historische Museum Basel kam.

Das Basler Münzkabinett umfasst etwa 66'000 Objekte vom siebten vorchristlichen Jahrhundert bis in die Gegenwart. Unter den etwa 11'000 antiken und etwa 21'000 mittelalterlichen und neuzeitlichen Münzen sehr gut vertreten sind Gepräge aus Basel, der Römer, der Renaissance sowie Brakteaten des schwäbisch-alemannischen Gebietes. Dazu kommen ungefähr 1000 Geldscheine. Die Topographische Abteilung besteht aus etwa 13'000 Fundmünzen und numismatischen Objekten mit nachgewiesenen Fundorten (Kanton Basel-Stadt, Altfunde aus der übrigen Schweiz und dem Ausland).

Der hervorragende Bestand an Medaillen (etwa 13'000) weist Beispiele der italienischen und deutschen Renaissance sowie bedeutende Werke späterer Medailleure vom Barock bis ins 20. Jahrhundert auf. Münz- und Medaillenstempel aus den Basler Münzstätten haben sich etwa 500 erhalten. Dazu kamen 900 Prägestempel und Werkzeuge des Basler Medailleurs Hans Frei (1868-1948) und anderer Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts. 60 Münzwaagen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert vertreten die wichtigsten Typen.

Zum Sammlungsgebiet des Münzkabinetts gehören auch über 600 geschnittene Steine (Gemmen und Kameen, etwa 60% antik, 40% neuzeitlich) sowie einige im 18. und 19. Jahrhundert entstandene, geschlossene Bestände von Gips- oder Schwefelabgüssen nach berühmten antiken und neuzeitlichen Gemmen.

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