Malerei und Grafik

Malerei, Zeichnung, Druckgrafik und Fotografie konzentrieren sich auf die Stadt Basel sowie ihren historischen Einzugsbereich. Folgende Schwerpunkte werden gesetzt: Spätgotische Tafelmalerei, Porträtmalerei und Bildnisminiatur, Malerei aus Basler Bauten, Darstellungen der Stadt, ihrer Bauten, ihres Lebens und Brauchtums, der besonderen Ereignisse sowie ihres Gewerbes, ferner als Spezialsammlungen rund 100 Stammbücher des 16. bis 18. Jahrhunderts sowie Scheibenrisse und Glasmalereientwürfe. Sammlungswürdig sind die Darstellungen wegen ihres historischen Zeugniswerts, ihres ursprünglichen Verwendungszwecks und ihrer Provenienz.

Die Sammlung umfasst eine Vielzahl an Materialien und Techniken, darunter Malerei auf Holz, auf Leinwand, auf Metall, hinter Glas, auf Pergament, auf Papier, ferner Pastelle, Gouachen, Silberstiftzeichnungen sowie verschiedene Drucktechniken bis hin zur frühen Fotografie. Von den über 700 Gemälden auf Holz oder Leinwand ist etwa ein Drittel ständig ausgestellt. Einen besonderen Höhepunkt bilden die 19 erhaltenen Originalfragmente des monumentalen Basler Totentanzes, der um 1440 auf die Friedhofsmauer der Predigerkirche gemalt wurde.

Den Gemäldebestand dominieren nahezu 500 Basler Bildnisse des 17. bis frühen 20. Jahrhunderts. Die gegenüber der Genremalerei, der Landschaftsmalerei oder religiösen Themen reich vertretene Bildniskunst ist generell Ausdruck eines Bedarfs der reformierten Bürgerschaft. Die Qualität der Bildnisse ist künstlerisch uneinheitlich und widerspiegelt das Urteil eines Zeitgenossen (C. G. Küttner) aus dem Jahre 1779 über die Stadt Basel, die ein herrlicher Ort für Porträtmaler sei, da sie "alle, vom guten und mittelmässigen bis auf die allerschlechtesten herab Arbeit fänden". So sind allein mit der Bildnissammlung - Kleinmeister und Bildnisminiaturen ausgenommen - ca. 100 verschiedene Maler schweizerischer, deutscher, böhmischer, niederländischer und italienischer Herkunft vertreten. Die personenbezogen lokale Ausrichtung der Bildnissammlung erfährt so durch die Künstler eine internationale Ausweitung.

Im Bestand der Grafischen Sammlung haben die Abbildungen von verlorenen oder fragmentierten Basler Kunstschätzen besonderen Dokumentationswert: so von der 1504 verkauften Burgunderbeute, vom 1805 abgebrochenen Basler Totentanz und vom 1836 zum Teil versteigerten Münsterschatz. Hinzu gekommen ist im Jahre 2016 ein beachtliches Konvolut von Entwürfen für Wandgemälde des Basler Malers Alfred Heinrich Pellegrini (1881-1958), die sich nur noch teilweise im Stadtbild erhalten haben.

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