Handwerk und Gewerbe

Im 13. und 14. Jahrhundert gründete der Stadtherr (Bischof) als bewusstes Gegengewicht zum Adel die Zünfte. Die Zahl von fünfzehn Zünften wurde bis zum Untergang des Zunftwesens im 19. Jahrhundert nicht überschritten. Jeder Selbständigerwerbende und jeder Händler musste zur Ausübung seines Berufes einer Zunft beitreten. Die meisten Zünfte umfassten mehrere Berufsgruppen. In Basel waren die Zünfte nicht nur als Berufsgenossenschaften, sondern auch als politische Kraft ausserordentlich wichtig: Während Jahrhunderten setzte sich der Kleine Rat aus 15 Ratsherren und 15 Zunftmeistern (je ein Ratsherr und je ein Zunftmeister aus jeder Zunft) zusammen; man spricht deshalb vom Zunftregiment.

Die Erinnerung an das einstige Zunftregiment war bei der Gründung des Historischen Museums Basel am Ende des 19. Jahrhunderts noch sehr lebendig. Die Abteilung "Handwerk und Gewerbe" spiegelt deshalb weitgehend die traditionellen Berufe vergangener Jahrhunderte. Sie umfasst sowohl Handwerksinstrumente einzelner Berufe – in Ausnahmefällen ganze Werkstätten – als auch Halb und Fertigprodukte; ferner sind dieser Abteilung auch Handwerkszeichen (z. B. Aushängeschilder, vor allem die umfangreiche Sammlung von Wirtshausschildern) und vereinzelt auch Mobiliar aus den Zunfthäusern (Wappentafeln, Zunftladen etc.), aber auch Meister und Gesellenbriefe und dergleichen beigeordnet.

In den letzten Jahren wurden einige Nachlässe von Handwerks- und anderen Kleinbetrieben erworben: Kammmacher, Ziseleur, Coiffeur, Confiserie, Hutmacherei, Schreinerei, Schuhmacherei, Firma Goldzack oder Färberei. Ausserdem grössere Sammlungen an Laborgeräten, die den bedeutendsten Wirtschaftszweig Basels im 20. Jahrhundert, die chemische Industrie, dokumentieren.

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