Bereits im 19. Jahrhundert wurden dem Historischen Museum Basel einzelne alte Schlitten aus dem 17. und 18. Jahrhundert geschenkt. Nach 1930 kamen zunehmend Kutschen dazu. Der Bestand ist seit der Eröffnung des Kutschenmuseums in den Merian Gärten 1981 laufend gewachsen. Zeugen der Mobilität unserer Vorfahren erzählen bis heute von der Faszination des Reisens und der Mobilität gehobener Bevölkerungsgruppen.

Das später zum Museum für Pferdestärken umbenannte Ausstellungsgebäude lockte bis zu seiner Schliessung im September 2016 zahlreiche Besucherinnen und Besucher in die öffentliche Sammlung. 

Heute stehen die Fahrzeuge in einem Depot. Eine repräsentative Auswahl an Objekten aus der Kutschen- und Schlittensammlung sowie eine Dokumentation zur Geschichte des Museums bleiben der Öffentlichkeit auf digitalem Weg zugänglich.

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Kutschen und Schlitten

Herrschaftliche Stadtfahrzeuge aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bilden einen Schwerpunkt der Sammlung. Ergänzend besitzt das Museum einzelne noch ältere, sehr seltene Kutschen. Bei den Schlitten reicht das Spektrum vom reich verzierten Prunkschlitten der Barockzeit bis zu neueren Gebrauchsschlitten. Die meisten Fahrzeuge wurden in Basel selbst gebaut oder hier benützt. 

Ein Glanzstück ist der barocke Diana-Schlitten vom kurpfälzischen Hof. Mit diesem reich geschmückten, festlichen Gefährt genoss der Adel in der Zeit des Barocks Ausflüge durch die Winterlandschaft. 

In Ergänzung zu den Luxuswagen besitzt das Museum einige Geschäftswagen, die einst in Basel verkehrten, so einen Marktwagen, Brotwagen, Leiterwagen, Brückenwagen, Handwagen eines Malers, Kehrichthandwagen, Handwagen aus dem Basler Mädchengymnasium, Handwagen des Vermessungsamtes, Schnappkarren etc.

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Kinderwagen und Kinderschlitten

Das Museum besitzt verschiedenste Gespanne für Kinder, die als Spielzeug oder auch als eigentliche Kinderwagen hergestellt wurden. Darunter befinden sich auch von Hand gezogene oder geschobene Schlitten. Im Winter dienten diese als Kinderwagen. Die Kinder reicher Familien wurden in warme Pelze eingepackt und so vom Hausdiener oder Hausmädchen zur Schule gefahren. 

Teilweise konnten die Kinder ihre Fahrzeuge selbst ziehen, doch übernahmen auch vorgespannte Hunde, Ziegen oder Schafe diese Funktion. Die Wagen und Schlitten in der Sammlung sind ein- oder zweiplätzig und auch zum seitwärts Sitzen. 

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Reiseutensilien

Die Fortbewegung in Kutschen war eine beschwerliche Angelegenheit. Zahlreiche Pferdebeschirrungen, Glocken, Lampen, Livreen, Schlittenpelze und weitere Kleinobjekte aus der Kutschen- und Pferdezeit dokumentieren die Geschichte des Reisens.

Die Biedermeier-Kalesche ist ein Highlight in der Sammlung. Der typische Reisewagen war für lange Strecken geeignet, konnte jedoch durch das Entfernen von Front-, Seitenscheiben und Vordach in ein offenes Fahrzeug für städtische Fahrten verwandelt werden. 

Für längere Fahrten nutzten Reisende seit Mitte des 19. Jahrhunderts die Eisenbahn. Die verschiedenen Accessoires in der Sammlung – insbesondere des 19. und frühen 20. Jahrhunderts – veranschaulichen die rasante Entwicklung auf den Basler Strassen vor dem Siegeszug des Autos.