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Keramik

Kachelofen

Eckdaten

Strassburg, um 1810-1815

Werkstatt Luc (Lukas) II. Walter

Fayence, Kaltvergoldung

H. 230, B. 90, T. ohne Hals 97,5 cm

Inv. 1930.238.

Beschreibung

Der elegante Architektur-Ofen stand ehemals im 1. Stock eines Bürgerhauses am Totentanz 10. Er ist das Werk Luc II. Walters, eines der letzten grossen Strassburger Ofenkeramiker (am Kachelhals eingeritzt ein Herz und die Initialen LW). Pilaster, Architrav und Giebel in klassizistischem Aufbau sind mit aufgelegten Goldornamenten geschmückt. Das frühe 19. Jahrhundert verfügte über einen reichen Schatz gedruckter Vorlagen für Ornamente und figürliche Reliefs, von welchen "Ornements d'architecture", in stuckartiger, aber härterer Masse gegossen, verschiedenste Anwendungen fanden. Joseph Beunat hatte 1805 eine "Manufacture de Pâtes et de Décors" in Sarrebourg (Lothringen) gegründet, die solche dekorativen Halbfabrikate international vertrieb. Sie verlegte die Fabrikation 1825 nach Scharrachbergheim im Elsass und den Geschäftssitz nach Strassburg. Bisher wurde angenommen, dass die aufgelegten Goldornamente aus dieser Manufaktur stammen. Sie sind jedoch in Ton auf die Kachel geformt, mit ihr gebrannt, glasiert und bis auf den Akanthusfries der Rückseite - aus Spargründen - kalt vergoldet.

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