Zelle 38

Schellenbaum und "Türkenmusik" Zweite Hälfte 18. und 19. Jahrhundert

Die andersartige Janitscharenmusik des 1683 vor den Toren Wiens lagernden türkischen Heeres hinterliess ihre Spuren in der abendländischen Musik. Seit 1741 sind türkische Elemente im Wiener Musikinstrumentarium nachzuweisen: das klingende Metall der Becken, Triangel und der an einem Rahmen befestigten Glöckchen und Rasselelementen (Schellenbäume) einerseits sowie die grosse, tiefe Trommel und eine kleine hohe Flöte andererseits. Sie wurden in besonderen, das Morgenland charakterisierenden Musikstücken eingesetzt. Eines der bekanntesten Beispiele bietet das Singspiel Die Entführung aus dem Serail von Wolfgang Amadeus Mozart (1782).

Um die Mitte des 18. Jahrhunderts spielten an gewissen europäischen Höfen originale Janitscharenkapellen. Durch diesen direkten Einfluss fanden die "türkischen" Klang- und Rhythmuselemente sowie das spezielle Instrumentarium auch rasch Eingang in die militärischen Musikgruppen. Bereits ab den 1770er Jahren waren sie bei den Fusstruppen der europäischen Armeen als fester Bestandteil eingeführt. Nach der Revolution erhöhte sich ihre Beliebtheit noch mehr und dauerte bis weit ins 19. Jahrhundert.

Einführung Zelle 38
Singt dem grossen Bassa Lieder Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791) aus Die Entführung aus dem Serail, Singspiel, KV 384 1782 Chor und Mozart-Orchester des Opernhauses Zürich, dir. Nikolaus Harnoncourt P 1985/C 1988; Tel 2292-42407-2
Polka 'Le tzeudron' (chaudron) Musique de 1830 aus Champéry (VS) Akkordeon, Mundharmonika, Posaune, Grosse Trommel, Triangel, Schellenbaum P/C 1996; claves CD 50-9621
 
Darstellung: Dunkle AnsichtHelle Ansicht
Schriftgrösse: AA+A++