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Musik zur Jagd 17. bis 19. Jahrhundert

Jagdhörner dienen der Ankündigung, Begleitung und Charakterisierung festgelegter Handlungsabläufe bei der Treib- oder Hetzjagd. In den wenigen Regionen Europas, die diese oft in Frage gestellte Art des Jagens pflegen, werden die Hörner auch heute noch entsprechend verwendet. Jeder einzelnen Aktion sind bestimmte Signale zugeordnet, die durch Rhythmus und Tonfolge definiert sind.

Ab der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts wurden in der französischen Oper grosswindige Jagdhörner zur musikalischen Darstellung von Jagdszenen eingesetzt. Verbunden mit baulichen Veränderungen wurde das Horn im deutschen Sprachraum ab dem frühen 18. Jahrhundert in das Orchester integriert. In der Musik für diese enger gewundenen Jagdwaldhörner finden sich zunächst die bekannten melodischen und rhythmischen Elemente der Jagdsignale wieder, doch sind in zunehmendem Masse auch eigenständige Solopartien festzustellen.

Die bei der Treibjagd gespielten Naturhörner wurden ab dem späten 18. und vor allem im 19. Jahrhundert auch vielwindig und handlicher, d.h. mit kleinerem Windungsdurchmesser gebaut. Im Orchester, vor allem in der Oper, war das Horn weiterhin ein wichtiges Element, um den Bezug zur Jagd darzustellen: Ein Beispiel bietet der Jägerchor aus Der Freischütz von Carl Maria von Weber (1821).

Sur tous soulas, plaisir et lyesse Clément Janequin (um 1485 - 1158) 2. Teil aus La Chasse, fünsfstimmige Chanson, Paris 1528 Ensemble Clément Janequin P/C 1988; HMB 901271 Die Chanson stellt ein akustisches Gemälde einer Treibjagd des frühen 16. Jahrhunderts dar. Im 2. Teil sind die Jagdhornsignale mit den damals üblichen Silben tronc, tronc, tronc insbesondere am Schluss beim "Verblasen" deutlich zu hören.
Fünf Jadgsignale 1719 aus Hans Friedrich von Flemming, Der vollkommene deutsche Jäger, Leipzig 1719 1 Wann die Hunde losgekoppelt werden 2 Wann die Kunde anfangen zu jagen 3 Wann die Hunde gut jagen 4 Wann der Hirsch erleget worden 5 Wann die Jagd zu Ende und vollbracht ist Parforce-Hörner, keine Angaben zu den Ausführenden P/C 1999; Koch International CD 324 349
Auf der Hirschjagd (Ausschnitte) Deutschland, 19. Jh. Anjagd (Aufbruch zur Jagd) Hirsch tot Halali Heimkehr von der Jagd Parforce-Hörner, keine Angaben zu den Ausführenden P/C 1999; Koch International CD 324 349
Salut à St. Hubert H. Joliot Les Veneurs de la Meuse, Jahgdhörner P/C 1988; DICD 920270
Jagdlied Carl Futterer (1873 - 1927) Chor Ludus Vocalis, Basler Jagdhornbläser, dir. Rupert O. Forbes P/C 1988; SWF 133
Jagen ist die Lust der Götter Johann Sebastian Bach (1685 - 1750) Arie der Diana aus der Jagdkantate, BWV 215 Monika Frimmer, Sopran, Orchestra of the Age of the Enlightenment, dir Gustav Leonhardt P/C 1998; PH 454 467-2
Fanfares de Chasse pour quatre Trompes Gioacchino Rossini (1792 - 1868) Naturhorn-Connection, Thomas Müller P/C 1991; HM 953-2 Das Stück wurde für eine Jagdpartie bei Baron Rothschild komponiert.
Was gleicht wohl auf Erden dem Jägervergnügen? Carl Maria von Weber (1786 - 1826) Jägerchor aus Der Freischütz 1821 Chor und Orchester des Bayerischen Rundfunks, dir. Rafael Kubelik P/C 1980; Belart 461 280-2
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