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Grifflochhörner und Posaunen Studiensammlung

Einfache, kurze Signalhörner aus Tierhorn, Elfenbein, Holz, Metall oder anderen Materialien weisen eine weite konische Innenbohrung auf und verfügen meist nur über einen einzigen Ton, der durch die Länge und die Mensur des Rohrs bestimmt wird. Ausnahmsweise ist zusätzlich zum Grundton das Spiel einzelner Naturtöne möglich.
Demgegenüber kann auf längeren, enger mensurierten Instrumenten durch Veränderung der Lippenspannung und des Atemdrucks eine vollständige Naturtonreihe bis über den 24. Naturton hinaus gespielt werden.

Durch Hinzufügen unterschiedlicher technischer Hilfsmittel wird der Tonvorrat wesentlich vergrössert, werden zusätzlich zu den Naturtönen chromatische Töne und somit eine vollständige Tonleiter verfügbar. Diese Erweiterung bietet die Möglichkeit des gemeinsamen Musizierens mit anderen Instrumenten.

Bei den sogenannten Grifflochhörnern sind Grifflöcher in das Instrument gebohrt, die zunächst mit den Fingern, im 19. Jahrhundert auch durch Klappen abgedeckt werden.

Bei den Posaunen mit ihrer weitgehend zylindrisch verlaufenden Innenbohrung wird das Rohr teleskopartig verschoben ("Züge"). Die Veränderung der Rohrlänge bewirkt unterschiedliche Tonhöhen und schafft damit die Voraussetzung für das Spiel einer chromatischen Tonleiter. Im 19. Jahrhundert wurden insbesondere im militärischen Bereich auch Ventilposaunen verwendet.

Einführung Zelle 34
Harsthorn Signale Paul Arnold, Harsthorn aus Die Geschichte der Schweizer Militärmusik P/C 1983; Gold Records LP 11 183 D Kurzes Instrument Mit weiter Mensur und ohne technische Hilfsmittel
Muschelhorn Jagdsignale Zwei Jäger aus dem Kanton Aargau, Muschelhörner aus Die Volksinstrumente der Schweiz P/C 1996; claves CD 50-9621 Kurzes Instrument mit weiter Mensur und ohne technische Hilfsmittel
Muschelhorn Jagdsignale Zwei Jäger aus dem Kanton Aargau, Muschelhörner aus Die Volksinstrumente der Schweiz P/C 1996; claves CD 50-9621 Kurzes Instrument mit weiter Mensur und ohne technische Hilfsmittel
Tierhorn Signale aus Klangführer durch die Sammlung alter Musikinstrumente P/C 1993; Kunsthist. Wien 516 537-2 Kurzes Instrument mit weiter Mensur und ohne technische Hilfsmittel
Clairon Basler Pfeifertagwacht Clairon-Garde Basel-Stadt, dir. Paul Zimmermann P/C 1997; keine weiteren Angaben Längeres Instrument mit weiter Mensur und ohne technische Hilfsmittel
Posthorn 1828 Signale der Königlich Preussischen Post von 1828: 1 Abgang und Ankunft der Staffetten (Andeutung der Zahl der Pferde) 2 Abgang und Ankunft der Couriere (Andeutung der Zahl der Wagen/Pferde) 3 Abgang und Ankunft der Extraposten 4 Abgang und Ankunft der Fahrposten 5 Abgang und Ankunft der Schnellposten 6 Abgang und Ankunft der Reitposten 7 Notsignal, Halt, Schritt, Trab, Postillionruf nach dem Schmied Posttrompete in Es, Wolfang G. Haas Trompetenensemble Köln P/C 1996 Museumsstiftung Post und Telekommunikation; CD 026.001 Längeres Instrument mit engerer Mensur und ohne technische Hilfsmittel
Posthorn 1832 Signale der Königlich Grossbritannisch-Hannoverschen Post von 1832: 1 Für die Personen Posten 2 Für die Postwagen und Fourgons 3 Für die Extraposten 4 Zahl der Beichaisen und Nebenwagen 5 Zahl der vorgespannten Pferde bei den Extraposten und Nebenwagen 6 Für das Ausweichen des entgegenkommenden oder vorausfahrenden Fuhrwerks 7 Aufforderung zum Einsteigen Posttrompete in Es, Wolfang G. Haas Trompetenensemble Köln P/C 1996 Museumsstiftung Post und Telekommunikation; CD 026.001 Längeres Instrument mit engerer Mensur und ohne technische Hilfsmittel. Für das englische Kutschhorn konnte kein Beispiel gefunden werden. Als Ersatz dienen diese mit Posttrompete gespielten 'Grossbritannisch-Hannoverschen' Signale.
Alphorn Rigi Sännä Jutz Alphorntrio Imlig, Oberarth (SZ) aus Die Volksmusikinstrumente der Schweiz P/C 1996; claves CD 50-9621 Langes Instrument mit engerer Mensur und ohne technische Hilfsmittel
Büchel Hirtenrufe aus dem Muotatal Dominik Marty, Schwyz aus Die Volksmusikinstrumente der Schweiz P/C 1996; claves CD 50-9621 Langes Instrument mit engerer Mensur und ohne technische Hilfsmittel
Zink Dario Castello (Venedig, 1. Hälfte 17. Jh.) Sonata quarta à 2 1621 Concerto Palatino, Bruce Dickey, Zink, Charles Toet, Posaune, Klaus Eichhorn, Orgel P/C 1990; ACC 9058 D Instrument mit Grifflöchern für eine diatonische und chromatische Tonleiter
Serpent Thomas A. Arne (1710 - 1778) Rule, Britannia 1740 The London Serpent Trio, Alan Lumsden, Christophier Monk, Andrew van der Beek P/C 1981; Titanic Ti-100 Instrument mit Grifflöchern für eine diatonische und chromatische Tonleiter, im 19. Jh. mit Klappen
Klappenhorn Francis Johnson (um 1825) The Bugle Quick Step um 1825 Ralph Dudgeon, Klappenhorn, The Miss Lucy Long Social Orchestra an Quick Step Society P/C 1989; MC Ralph Dudgeon, Homer NY Die Aufnahme wurde von R. Dudgeon in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt. Instrument mit Grifflöchern und Klappen für eine diatonische und chromatische Tonleiter
Ophikleiden im Verband mit Klappenhorn, Saxhorn, Posaunen und Bässen Niccolò Paganini (1782 - 1840) Le Carnaval de Venise mit Variationen für Brass Band The Wallace Collection, dir. Simon Wright P/C 1996; NI 5470 Instrument mit Grifflöchern und Klappen für eine diatonische und chromatische Tonleiter ï Die Besetzung entspricht der Brass Band von Schloss Cyfartha (GB). Diese wurde 1838 gegründet und versammelte die besten Spieler. Dementsprechend enthielt das Repertoire technisch anspruchsvolle Arrangements von berühmten Stücken der Zeit. Die Variationen bieten die Möglichkeit, die verschiedenen Instrumentengruppen deutlich wahrzunehmen, insbesondere auch die weiche und dunkle Klangfarbe der Ophikleïden.
Drei Zugposaunen (Alt, Tenor, Bass) Ludwig van Beethoven (1770 - 1827) Equale Nr. 2 Poco Adagio aus Drei Equale für drei Posaunen, WoO 30 Mitglieder des Quatuor de Trombones de Liège P/C 1990; AU 31457 Instrument mit teleskopartig veränderbarer Rohrlänge für diatonische und chromatische Tonleitern.
Zugposaune Teddy Trombone - A Brother to Miss Trombone aus Trombone Family Henry Filmore um 1918 Ronald Barron, Posaune, Kenneth Cooper, Klavier P/C 1987; Elektra Nonesuch 9 791 57-2 Instrument mit teleskopartig veränderbarer Rohrlänge für diatonische und chromatische Tonleitern. Die Musik verlangt auch Glissandos.
 
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