Gefälschte Antike?
Die Paduaner und die Faszination der Antike

Schon im Mittelalter legitimierten Herrscher ihre Macht dadurch, dass sie ihre Dynastie auf die römischen Kaiser zurückführten. Auch Städte rühmten sich gern ihrer antiken Wurzeln. Seit dem 15. Jahrhundert strebten die Gelehrten und Fürsten aber darüber hinaus eine «Wiedergeburt» – Renaissance – der Antike an. Diese «Wiedergeburt der Antike» brachte nicht nur herausragende neue Werke hervor, sondern man imitierte auch direkt antike Bildwerke und versuchte sie zu übertreffen – in künstlerischer wie technischer Hinsicht. Ein Zentrum für die Auseinandersetzung mit der Antike war die venezianische Universitätsstadt Padua. Dort entstanden zahlreiche Werke nach antiken Vorbildern (all’antica). Erst später wurden solche Werke als Kopien oder gar Fälschungen abgetan. Das Basler Amerbach-Kabinett verfügt über einen weltweit einzigartigen Bestand an all’antica-Medaillen und Plastiken der Renaissance. Am Beispiel ausgewählter Objekte vermittelt die in die Dauerausstellung integrierte Kabinettausstellung «Gefälschte Antike?» den Besucherinnen und Besuchern Aufschluss über die Ziele und Ideale der Renaissance.

Impressum

Projektleitung: Michael Matzke
Ausstellungsgestaltung und Druckgrafik: Manuela Frey