Miniatur des Daniel Burckhardt-Wildt (1752-1819) von Johann Jakob Müller (1755-1817)

Miniatur des Daniel Burckhardt-Wildt (1752-1819) von Johann Jakob Müller (1755-1817)

Basel, 1784
Maler: Johann Jakob Müller (1755 - 1817)
Silberstiftzeichnung; Rahmen: Holz, vergoldet
H. 7,5 cm, B. 6 cm (Bildausschnitt); H. 11 cm, B. 9 cm (mit Rahmen)
Inv. 2011.539.

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Margaretha Burckhardt-Wildt (1755-1810) war die einzige Tochter und Erbin des Bandfabrikanten Jeremias Wildt-Socin, welcher für sie 1762 bis 1770 von Johann Jacob Fechter das Wildt’sche Haus am Petersplatz in Basel erbauen liess. Dessen Schwiegersohn Daniel Burckhardt-Wildt (1752-1819) war ebenfalls Bandfabrikant, doch sein Interesse galt insbesondere seiner beachtlichen und kostbaren Kunstsammlung sowie seiner eigenen künstlerischen Tätigkeit. 1778 heiratete er die umworbene junge Frau, deren Vater Buch über ihre Bewerber geführt und zahlreiche Interessenten vor Daniel Burckhardt-Wildt abgewiesen hatte. Das junge Paar bewohnte fortan das Wildt’sche Haus und bekam in den Jahren 1779 bis 1783 drei Kinder. Vermutlich entstanden die Bildnisse des Ehepaars von Johann Jakob Müller in den Jahren um 1784. Dieser porträtierte damals auch Margarethas Vater Jeremias Wildt-Socin (Inv. 2011.541.) sowie weitere Familienmitglieder, was den privaten Charakter der Bildnisse verdeutlicht. Ausserdem hatte Müller bereits 1779 die Pläne des Wildt’schen Hauses kopiert und stand somit seit Längerem in Kontakt mit der wohlhabenden Familie.
Die Miniaturbildnisse zeichnen sich durch eine sehr feine Linienführung sowie unterschiedliche Grau- und Helligkeitsstufen aus, wie sie für die Technik der Silberstiftzeichnung charakteristisch sind. Sie zeigen die Dargestellten im nach links gerichteten Profil vor dunkelgrauem Hintergrund. Der junge bartlose Herr trägt einen Frack mit Halsbinde, sein Haar ist zu einem Zopf frisiert. Auf dem Kopf der jungen Dame sitzt eine Haube mit Rüschen und einer grossen Schleife, welche sie als verheiratete Frau auszeichnet. Um ihre Schultern trägt sie ein helles Brusttuch. Blick und Körperhaltung beider zeugen von Würde und Konzentration.
Der in Waldkirch (Kanton St. Gallen) geborene Künstler Johann Jakob Müller war hauptsächlich Porträtzeichner, der eine grosse Anzahl von kleinformatigen Profilbildnissen in Rötel- und Silberstift fertigte und in der ganzen Schweiz sowie in Deutschland als Wanderkünstler tätig war. Seine ersten Profilbilder entstanden in Basel - einer Stadt, die für seinen weiteren künstlerischen Werdegang eine grosse Bedeutung hatte und wohin er oft zurückkehrte. 1817 starb Müller in München.
Nach der Vorlage von Müllers Miniaturbildnis fertigte Daniel Burckhardt-Wildt eine Radierung mit dem Bildnis seiner Frau, das dementsprechend spiegelverkehrt erscheint. Es weist ein kleineres Format, eine leichte Variation in der Darstellung der Haube und eine weniger feine Ausarbeitung auf (Inv. 2009.27.). Diese Nachahmung dokumentiert den damals häufigen Wunsch, Miniaturbildnisse zu vervielfältigen und auch weiter zu verschenken. (L. Bertelmann)

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