Klassizistischer Schrank

Klassizistischer Schrank

Basel, um 1780
Inv. 2015.386.

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Hochwertiges Möbel des Klassizismus
Der zweitürige Schrank in Rahmenbauweise wird mit seitlichen Keilschliessen montiert und ist zerlegbar in Sockel, Seitenteile, Türen, Rückwand und Deckel mit Kranzgesims. Die linke Tür hat oben und unten je einen Schliessriegel, die rechte Tür besitzt ein Stangenschloss. Innen dienten ursprünglich wohl zwei Einlegeböden zur Unterteilung des Stauraums. Die Fassade des Möbels wird durch schmale, kannelierte Pilaster und einen Kranz mit stilisierten Kapitellen und Zahnschnitt-Ornament architektonisch gegliedert. Gekreuzte Lorbeerzweige und ein Jagdbogen im Kranzprofil zeugen von Rang und Anspruch des Besitzers. Die Türen werden in der Mitte durch Türfriese mit Akanthusranken und Masken gegliedert, feines Schnitzwerk aus Perlstab-Ornament rahmt die Füllungen. Die oberen Füllungen sind mit Tuchfestons und einem Eierstab-Profil versehen, während die unteren ein zusammengesetztes, geometrisches Furnierbild zeigen. Das Sockelprofil ist mit einem Blattfries verziert. Der Familienüberlieferung nach stand der Schrank im Haus der Grosseltern des Donators am Heuberg.
Der überaus qualitätvolle Schrank schliesst eine Lücke im Bestand klassizistischer Möbel des HMB und ergänzt das im Haus zum Kirschgarten eingebaute eichene Täfer und das erhaltene klassizistische Interieur aus dem Segerhof um ein wertvolles Basler Einzelstück. Viele Möbel wurden zu dieser Zeit bereits von wohlhabenden Basler Familien aus Frankreich importiert; das städtische Zunfthandwerk konnte mit der neuen, manufakturartigen Möbelproduktion nicht Schritt halten und produzierte kaum vergleichbar hochwertiges Mobiliar. Umso erfreulicher ist die Bestandsergänzung durch diese grosszügige Schenkung.

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