Geschicklichkeitsspiel "Chinesisches Bagatelle"
Geschicklichkeitsspiel "Chinesisches Bagatelle" - 1

Geschicklichkeitsspiel "Chinesisches Bagatelle"

Mitte 19. Jh.
Inv. 2015.283.

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Als „Bagatelle“ bezeichnet man ein Glück- und Geschicklichkeitsspiel, das im 18. Jahrhundert in Frankreich aufkam und nach dem „Château de Bagatelle“, in dem es erfunden worden sein soll, benannt wurde. Es gibt sowohl tischartig grosse Varianten, die wie Billardtische in Wirthäusern standen und von Erwachsenen benutzt wurden, wie auch kleinformatige, die vor allem für Kinder gedacht waren. Ziel ist es, eine mit einem Stab angeschobene Kugel so zu platzieren, dass möglichst viele Punkte erzielt werden. Die Punktzahl wird bei den runden Vertiefungen auf dem Spielfeld oder den Fächern am unteren Ende angegeben. Letztere erbringen nur geringen Gewinn; die innen im Spielfeld liegenden Ziele sind weit schwieriger zu erreichen und entsprechend höher benotet. Die in das Spielfeld eingeschlagenen Nägel machen die Planung eines geregelten Verlaufs der Kugel fast unmöglich. Glück ist eigentlich fast alles, Geschicklichkeit kann nur wenig ausrichten. Da diese Einsicht wohl den meisten Spielern verwehrt war, versuchten sie es immer wieder - die starken Gebrauchsspuren auf dem neuerworbenen Spiel zeugen davon. Die verschiedenen Typen unterscheiden sich durch die Platzierung der Nägel und die Gestaltung des Spielbrettes. Die zur Entstehungszeit des Spiels im 19. Jahrhundert schon recht altertümliche Dekoration mit gedruckten Chinoiserien lässt vermuten, dass es sich um einen Typus handelt, der als sog. Chinesisches Bagatelle im Handel war.
Trotz der Ähnlichkeiten im Aufbau und Ablauf des Spiels gibt es keine durchgehende Entwicklungslinie zwischen den Bagatellespielen und den späteren Kicker-Automaten.

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