Basel, königliche Münzstätte. Friedrich II. (1212-1250), Pfennig, Hoftagsprägung des burgundischen Hoftags November 1214
Basel, königliche Münzstätte. Friedrich II. (1212-1250), Pfennig, Hoftagsprägung des burgundischen Hoftags November 1214 - 1

Basel, königliche Münzstätte. Friedrich II. (1212-1250), Pfennig, Hoftagsprägung des burgundischen Hoftags November 1214

Vs. Kugelkreuzadler nach rechts, darum vier Ringe
Rs. Wulstkreis, darin vier Kugeln kreuzweise angeordnet
Silber, geprägt
Dm. 13,5-16,4 mm, Gewicht 0,262 g
Inv. 2015.20.

Résolution d’image:
2362px x 2330px
Commander gratuit

Die Rückkehr des Adlers
Nach ziemlich genau 800 Jahren kehrt ein kleiner und unscheinbarer, aber kaiserlicher Adler wieder zurück nach Basel, der seinerseits wiederum in gewisser Weise an den Einzug eines Adlers nach Basel erinnert. Aus einer alten Sammlung konnte eine von zwei bekannten Hoftagsprägungen erworben werden, die Friedrich II. (1196/1212-1250), der junge Herrscher aus dem „Adler-Geschlecht“ der Staufer, anlässlich seines Hoftags 1214 in Basel prägen liess. Er war kurz zuvor, im Jahr 1212, unter anderem mit Hilfe des Basler Bischofs aus seinem Erbreich Sizilien über die Alpen gekommen, um die Krone des römisch-deutschen Reichs gegen den Welfenkaiser Otto IV. (reg. 1198-1212/18) wiederzuerlangen. 1214 war die Herrschaft des jungen Staufers mittlerweile weitgehend konsolidiert, so dass er im November dieses Jahres die burgundischen Fürsten zu einem Hoftag in die ehemals burgundische Stadt am Rheinknie laden konnte. Mindestens zwei Herzöge, vier Erzbischöfe, sieben Bischöfe sowie zahlreiche Grafen und Herren berieten und verhandelten über die Verhältnisse in Burgund. Es war altes Recht, dass der Herrscher auch bischöfliche Münzstätten während Hoftagen nutzen konnte: Als Inhaber der höchsten Amtsgewalt konnte er das herrscherliche Recht der Münzprägung in den alten Bischofsstädten wahrnehmen. Um diese kurzfristige königliche Münzprägung als solche zu kennzeichnen, wurde das Kugelkreuz der bischöflichen Basler Silberpfennige durch Hinzufügung von Schnabel, Auge, Füsschen und Stummelschwanz zu einem Adler „umgebaut“. Auch wenn das Ergebnis dieser Umwandlung eines Kreuzes in einen Adler alles andere als eine prächtige Adler-Darstellung brachte, so war doch der Symbolgehalt einer demonstrativ königlichen Münzprägung in der Stadt sehr wichtig für die Herrscher-Repräsentation des jungen Stauferkönigs. Durch einen glücklichen Umstand konnte dieser extrem seltene Basler Adlerpfennig, der die Präsenz des Stauferherrschers in Basel bezeugt und zudem als Datierungsanker für die Klassifizierung der Basler Münzprägung dient, von einer Schweizer Sammlung erworben werden.

Autres photos "Monnaies et Médailles"