HISTORISCHES MUSEUM BASEL

MISSION STATEMENT

Unter dem Motto „Geschichte bewegt“ vermittelt das Historische Museum Basel (HMB) seinen Nutzerinnen und Nutzern die Geschichte Basels, der Region und ihrer Menschen. Es sammelt, bewahrt, dokumentiert und erforscht relevante Zeugnisse des kulturellen Erbes für künftige Generationen.

In seinen Ausstellungen behandelt das Museum historische und aktuelle Themen in einem regionalen, nationalen und internationalen Kontext. Es nutzt über das Medium der Ausstellung hinaus weitere Kommunikationsformen.

Das HMB setzt sich zum Ziel, unterschiedlichen Gruppen der Gesellschaft Orientierung in Bezug auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu bieten und leistet so einen Beitrag zur Integration und Identifikation. Dabei möchte es zu Debatten über Geschichte und Gegenwart anregen. Der Besuch seiner vier Häuser soll für Menschen jeden Alters und jeder Herkunft eine bereichernde und positive Erfahrung sein. Damit fördert das HMB die Attraktivität der Stadt.

UNTERSTÜTZUNG

Die staatliche Trägerschaft deckt die Grundfinanzierung des Museumsbetriebs. Investitionen, Forschungen und Aktivitäten sind jedoch nur dank zusätzlicher Mittel möglich. Deshalb ist das Museum auf die mäzenatischen Zuwendungen von privater Seite ebenso angewiesen wie auf die finanzielle Hilfe von Stiftungen. Permanente Unterstützung leisten die Stiftung für das HMB (seit 1968) und der Verein für das HMB (seit 1892).

Rechtliche Grundlagen

Den heute gemeinsamen Rahmen für die Existenz der staatlichen Basler Museen setzt das im Jahr 2000 erlassene Museumsgesetz des Trägerkantons Basel-Stadt. Individuelle Leistungsvereinbarungen berücksichtigen die Aufgaben jeder einzelnen Institution und dienen ihrer Weiterentwicklung. Die Unveräusserlichkeit der Sammlungen als Eigentum des Kantons Basel-Stadt und als Teil des Universitätsguts steht für den gemeinsamen Ursprung und die Kontinuität der Basler Museen. Zu Ihrer Sicherheit sind unsere Räumlichkeiten videoüberwacht.

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CHRONIK

Als eigenständige Institution entwickelte sich das Historische Museum Basel seit der Mitte des 19. Jahrhunderts; es hat seinen Ursprung jedoch wie das Kunstmuseum Basel in der bürgerlichen Kunstkammer der Familie Amerbach im 16. Jahrhundert.

2016 
Die  Kutschen- und Schlittensammlung des Historischen Museums Basel verlässt per 31. Januar 2017 ihren Standort in den Merian Gärten. Im Zuge der Umbaupläne in Brüglingen hat die Christoph Merian Stiftung (CMS) Eigenbedarf für die Scheune, in der das Museum für Pferdestärken seit 1981 untergebracht ist, angemeldet. Dank der Partnerschaft mit dem Google Cultural Institute wird das Museum und die Sammlung ab Oktober 2016 online zugänglich sein. Das Museum für Pferdestärken wird zum ersten virtuellen Museum des HMBs. 

2015 
Die Porzellansammlung der Pauls-Eisenbeiss-Stiftung verlässt das Museum für Wohnkultur. Sie wird in Zukunft im Schloss Friedenstein in Gotha zu sehen sein.

2015
Direktorin Marie-Paule Jungblut verlässt das Historische Museum Basel.

2015
Renovation im Museum für Wohnkultur. Nebst einer Fassadenrenovation wird im Erdgeschoss ein zusätzlicher Raum für Ausstellungs- und Vermittlungsprojekte sowie eine behindertengerechte Toilette geschaffen.

2012
Umbenennung der vier Ausstellungshäuser unter der Dachmarke HMB – Historisches Museum Basel:

  • Barfüsserkirche in "Museum für Geschichte"
  • Musikmuseum in  "Museum für Musik"
  • Kutschenmuseum in "Museum für Pferdestärken"
  • Haus zum Kirschgarten in "Museum für Wohnkultur"

2012
Burkard von Roda, Direktor des Historischen Museums Basel, geht in Pension. Im August 2012 übernimmt Marie-Paule Jungblut (vorher Musée d’Histoire de la Ville Luxembourg) das Amt der Direktorin.

2011
Übergabe von 42‘214 Objekten-Einheiten an die Archäologische Bodenforschung Basel.

2011
Neueröffnung der Dauerausstellung "Wege zur Welterkenntnis" im Untergeschoss der Barfüsserkirche.

2008
Barfüsserkirche: Erneuerung der Dauerausstellung

  •  Im Kirchenschiff: Basel – Zeichen und Bilder einer Stadt.
  •  In den Lettnerkapellen: Basel – Ereignisse.

2005
Barfüsserkirche: Erneuerung der Dauerausstellung, Westgalerie: Zünfte und Gesellschaften in Basel.

2002–2003
Barfüsserkirche: Bauliche Massnahmen zur Sicherung der Gebäudehülle (Fenster) und zur inneren Erschliessung (Treppe, Lift). Öffnung des Kirchenschiffs und Einrichtung einer Besucherservicezone mit Café im Ausstellungsbereich.

1999–2001
Barfüsserkirche: Erste Etappe der Erneuerung der Dauerausstellung (Basler Münsterschatz, Kirchliche Glasmalerei, Basler Totentanz). Schliessung der Stadtgeschichte I (Archäologie) zugunsten der Neueinrichtung eines Sonderausstellungsraumes.

1999–2000
Musikinstrumenten-Sammlung: Schliessung des Museums in der Leonhardstrasse und Eröffnung des neuen Musikmuseums im Zellentrakt des ehemaligen Untersuchungsgefängnisses im Lohnhof. Museumsbau und Einrichtung wurden durch private Schenkungen finanziert.

1990–1995
Reorganisation der Museumsdepots.

1987–1994
Bedeutender Sammlungszuwachs durch Auflösung der Sammlung des Gewerbemuseums Basel. Übernahme von ca. 20'000 Objekten durch das Historische Museum Basel bis 1994.

1986
Eröffnung des in die Dauerausstellung einbezogenen Hauses "zum kleinen Kirschgarten" mit zehn neuen Ausstellungsräumen: Uhrensammlungen Carl und Lini Nathan-Rupp (242 Uhren) und Dr. Eugen Gschwind-Stiftung (208 Uhren), Wohnräume des 19. und 20. Jahrhunderts.

1986
Neuaufstellung der Sammlung alter Musikinstrumente nach Gebäuderenovation.

1981
Eröffnung der Kutschen- und Schlittensammlung in Brüglingen, umbenannt 2000 in "Kutschenmuseum".

1981
Wiedereröffnung der renovierten Barfüsserkirche. Bauliche Veränderungen: Auswechslung der Mittelschiffpfeiler, Korrektur der Westfassade, Rekonstruktion des 1843 abgebrochenen Lettners, Abbruch der Seitenschiffemporen, Ausbau eines Untergeschosses für Ausstellung und Betriebseinrichtungen.

1979
Übernahme der Dr. Edith Stocker-Nolte-Stiftung (Wohnhaus des 19./20. Jahrhunderts mit gesamtem Inventar).

1977
Eröffnung der Porzellansammlung der Pauls-Eisenbeiss-Stiftung (ca. 750 Porzellanfiguren und Geschirre der Manufakturen Meissen, Frankenthal, Hoechst und Ludwigsburg) im Haus zum Kirschgarten.

1975
Wiedererrichtung des barocken Gartenpavillons aus dem Haus "zum Hof", St. Albanvorstadt 36, im Garten des Hauses zum Kirschgarten zur Nutzung für die Dauerausstellung.

1965
Abtretung von Teilen der Antikensammlung des Historischen Museums Basel an das neu gegründete Antikenmuseum sowie der Bodenfunde aus Augst an das dortige Römermuseum (ausser Münzen und Gemmen).

1957
Eröffnung der Sammlung alter Musikinstrumente nach der Verlegung in die Leonhardsstrasse 8, im Anschluss an die Schenkung der Sammlung Lobeck durch Dr. h.c. Paul Sacher (1956).

1956
Ausbau einer Hälfte des Chorkellers der Barfüsserkirche zur unteren Schatzkammer.

1953–1954
Schliessung der Barfüsserkirche; Erneuerung des Fussbodens, Neuaufstellung der Sammlungen (veranlasst durch die erfolgte Neueinrichtung des Hauses zum Kirschgarten).

1951
Eröffnung des Hauses zum Kirschgarten als Museum der Basler Wohnkultur des 18. Jahrhunderts. Gleichzeitig Einrichtung folgender Spezialsammlungen: griechische und römische Antiken, Keramik, Schlitten, Uhren, Spielzeug.

1943
Eröffnung der Musikinstrumentensammlung im Haus Leonhardskirchplatz 5 (im musikwissenschaftlichen Seminar der Universität).

1938
Einrichtung des Stadt- und Münstermuseums im Kleinen Klingental mit Sammlungsbeständen des Historischen Museums Basel und der evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt.

1935
Abbruch des Segerhofs. Als Ersatz wird das Haus zum Kirschgarten zugewiesen (Eröffnung erst 1951).

1923
Das Museum erbt von Fräulein Marie Burckhardt den 1788–1791 als Kaufmannssitz errichteten Segerhof samt Inventar, der 1926 als erstes Wohnmuseum eröffnet wird.

1904
Ein Teil des Gebäudes Steinenberg 4/6, als Schulhaus 1822 errichtet, wird dem Historischen Museum für Verwaltung, Werkstätten und Depots überlassen.

1899
Projekt Museumserweiterung am Steinenberg (nicht ausgeführt).

1894
Am 21. April Eröffnung des Historischen Museums (seit 1916 Historisches Museum Basel) in der baulich umfassend sanierten Barfüsserkirche.

1892
Vereinigung der Mittelalterlichen Sammlung und der Antiquarischen Sammlung (ohne ethnographische Objekte) sowie der Bestände des Basler Zeughauses unter dem neuen Namen "Historisches Museum". Die Institution – die grösste und wichtigste ihrer Art in der Schweiz – erhält mit einem Konservator und einem Abwart zwei besoldete Stellen.

1888
Basel bewirbt sich um den Sitz des zu gründenden Schweizerischen Nationalmuseums. Die Mittelalterliche Sammlung soll als Grundlage, die Barfüsserkirche als Gebäude dienen.

1872
Gründung des Vereins für die Mittelalterliche Sammlung und für Erhaltung baslerischer Altertümer (seit 1892 Verein für das Historische Museum).

1856
Erste Aufteilung des öffentlichen Museumsgutes durch die von Wilhelm Wackernagel veranlasste Gründung der Mittelalterlichen Sammlung, der Vorgängerinstitution des Historischen Museums Basel. Unterbringung in Nebengebäuden des Basler Münsters, im Bischofshof.

1849
Eröffnung des Museums an der Augustinergasse, dem vom Architekten Melchior Berri geplanten ersten Museumsneubau in Basel, in dem alle Sammlungen vereinigt wurden (Bibliothek, Kunstsammlung, Sammlung von Antiquitäten und Münzen, naturhistorische Sammlung).

1823
Bedeutende Ergänzung der Sammlung durch die im 17. Jahrhundert zusammengetragenen Bestände des Museum Faesch.

1671
Als früheste öffentliche Sammlung eines bürgerlichen Gemeinwesens wird das Amerbach-Kabinett in der "Mücke", dem früheren Gesellschaftshaus des Basler Adels, zugänglich gemacht.

1661
Der Basler Rat beschliesst den Erwerb der Amerbachschen Sammlungen für die Universität.

1585–1587
Das Inventar D des Amerbachkabinetts, erstellt durch Basilius Amerbach (1533–1591), listet die Bestände nach ihrer Aufbewahrungsweise im 1580 fertig gestellten, privaten Sammlungsbau, dem Haus "Zum Kaiserstuhl", auf.

1536
Der Nachlass des Erasmus von Rotterdam fällt als Erbschaft an Bonifacius Amerbach (1495–1562) und bildet zusammen mit dessen Münzensammlung und den Gemälden Holbeins den Grundstock des Amerbach-Kabinetts.

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DIE VIER MUSEEN

Seit der Gründung des Historischen Museum Basel im Jahr 1894 beherbergt die gotische Bettelordenskirche das Museum für Geschichte (Barfüsserkirche). 

Unterdessen ist das Museum am Barfüsserplatz das Haupthaus des HMB, das mit seinen vier Häusern als das bedeutendste kulturhistorische Museum am Oberrhein gilt. Der Fokus der Dauerausstellung des Museums für Geschichte liegt auf der historischen Identität von Basel an der Schnittstelle der Kulturen der Schweiz, Deutschlands und Frankreichs. Die Highlights der Sammlung – der Basler Münsterschatz, die Fragmente des Basler Totentanzes, die spätmittelalterlichen Bildteppiche oder das Amerbach-Kabinett – zählen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Auch das reiche archäologische Erbe der Region, das bis in die Zeit der Kelten zurückreicht, ist dargestellt. Anhand ausgewählter Themen und Kapitel lädt das Museum für Geschichte zu einer abwechslungsreichen Promenade durch die Basler Stadtgeschichte ein. Zahlreiche Multimediaeinrichtungen bieten erweiterte Informationsmöglichkeiten.

Mehr zur Barfüsserkirche

Zusammen mit dem Kloster des Franziskanerordens entstand die Barfüsserkirche noch vor dem grossen Basler Erdbeben (1356) im ersten Drittel des 14. Jahrhunderts. Sie steht auf den Fundamenten einer ersten, 1256 geweihten Kirche. Der heutige Bau trägt Spuren tiefgreifender Umbauten, die eigentlichen Klostergebäude wurden ab 1820 abgebrochen. In ihrer Anlage und Grösse immer noch ein eindrucksvolles Zeugnis der Bettelordensarchitektur, steht die Barfüsserkirche heute unter nationalem Denkmalschutz.

Nach der Reformation 1529 und der Aufhebung des Klosters erlebte die Kirche ein wechselvolles Schicksal: Der Chor wurde zur Fruchtschütte umgenutzt, während das Schiff noch bis 1794 dem reformierten Gottesdienst diente. Nach der endgültigen Profanierung wurde der Raum als Warenlager und von 1799 an über 30 Jahre als Salzmagazin benutzt. 1843 erfolgte der Umbau zum Lagerhaus für die Kaufmannsanstalt, welches jedoch nur bis 1865 Bestand hatte. Die Diskussion um das weitere Schicksal gipfelte 1882 in der Empfehlung der Regierung, die Kirche zugunsten des Neubaus einer Töchterschule abzubrechen. Nach der knappen Ablehnung dieses Projekts folgten Zwischennutzungen als Pfandleihanstalt, Buttermarkt und Versteigerungslokal. 1888 erging der Beschluss des Regierungsrats, die Kirche als Sammlungsgebäude zu verwenden und sie dem Bundesrat als Sitz für das zu gründende Schweizerische Nationalmuseum anzubieten. Obwohl der Standortentscheid zugunsten Zürichs ausfiel, hielt Basel danach am Projekt der Museumskirche fest.

So wurde der Bau 1894 Sitz des Historischen Museums. Das erste Ausstellungskonzept nutzte das Schiff als Waffenhalle, der Chor wurde den kirchlichen Altertümern mit der Sakristei als Schatzkammer vorbehalten. Jochweise waren in die Seitenschiffe elf historische Zimmer sowie das Münzkabinett eingebaut, darüber waren auf eingezogenen Emporen die Musikinstrumente, die Staats- und Rechtsaltertümer, die Hausgeräte und die Objekte des Kunsthandwerks ausgestellt. Der 1981 abgeschlossene Ausbau war das Ergebnis umfangreicher Sanierungsmassnahmen. Die Kirche war als Spätfolge der Salzeinlagerung einsturzgefährdet. Ein Ziel der Denkmalpflege war auch die Wiederherstellung der spätgotischen Raumarchitektur. Die Museumsnutzung profitierte durch den Zugewinn eines Untergeschosses. 

Das 1775-1780 erbaute Haus zum Kirschgarten (heute Museum für Wohnkultur) markiert einen Höhepunkt der Profanarchitektur der Louis-Seize-Zeit am Oberrhein. Für einen Basler Kaufmannssitz stellt es einen ungewöhnlichen Anspruch zur Schau. Bemerkenswert sind die fein gegliederte Sandsteinfassade mit dem dreiachsigen Portikus, die Durchfahrt mit gekuppelten Säulen und das grossräumige Treppenhaus. Bauherr war der damals erst 25jährige Seidenbandfabrikant Johann Rudolf Burckhardt. In dem noch jüngeren Ulrich Büchel-Fatio fand er einen am neuesten Geschmack orientierten Basler Architekten. Bereits 1797 zog sich Johann Rudolf Burckhardt auf sein Landgut zurück. Mehrmaliger Besitzerwechsel bis zur Museumsnutzung (Bestimmung 1933, Eröffnung 1951) brachten den Verlust des Inventars und Veränderungen der Raumaufteilung mit sich. 

So gibt der heutige Zustand nur ein fragmentarisches Bild von der ursprünglichen Innenausstattung des Stadtpalais. Erhalten sind die Hauptraumfolge mit Treppenhaus, Vorplatz und grossem Salon, jeweils mit der stuckierten Wanddekoration, im Erdgeschoss die ehemalige Bibliothek sowie drei Zimmer im 2. Obergeschoss, nämlich die grüne Täferstube, die Burckhardtsche Schlafstube und das 1780 datierte Rosenboudoir. Doch sind alle Räume ohne ihre ursprüngliche bewegliche Einrichtung, die auch nicht dokumentiert ist.

Im Ausstellungskonzept wird das erste Basler Wohnmuseum im Segerhof fortgesetzt. Dieser Kaufmannssitz, den Frl. Marie Burckhardt mit seinem Inventar 1923 der Stadt vermacht hatte, wurde 1934 abgebrochen. Das quasi authentische, an einer Basler Familie dokumentierte Beispiel einer gewachsenen Einrichtung ging dabei nicht ganz verloren. Aus dem Segerhof wurden vier Räume ganz oder teilweise in das Museum für Wohnkultur hinübergerettet: die Visitenstube, das Esszimmer, der graue Saal und die Küche (alle 2. Obergeschoss).

Das Museum für Musik liegt im Zentrum der Basler Altstadt über dem Barfüsserplatz. Es gehört zu einem Gebäudekomplex, dessen älteste Teile auf das St. Leonhards-Kloster, ein Stift der Augustiner Chorherren, zurückgehen. Zum historischen Gebäude-Ensemble gehört auch die vermutlich zwischen 1060 und 1070 gegründete St. Leonhards-Kirche. 1356 wurden die Gebäulichkeiten durch das Erdbeben stark beschädigt, doch wurde das Stift mit grossem Einsatz wiederhergestellt. In den 1440er Jahren erlebte das Kloster durch Krieg, Pest und Hungersnot einen Niedergang, von dem es sich erst Ende des 15. Jahrhundert erholte. Mit der Reformation wurden 1529 die klösterlichen Tätigkeiten eingestellt und die St. Leonhards-Kirche wurde eine von vier reformierten Pfarrkirchen der Stadt Basel. Der Klosterkomplex, der im 17. und 18. Jahrhundert als städtischer Bauhof genutzt wurde, wo der sogenannte „Lohnherr“ auch die Löhne für die Arbeiter auszahlte, erhielt seine Bezeichnung „Lohnhof“. Diese blieb auch erhalten, als 1821 die Polizei einzog. Zwischen 1835 und 1995 wurde das ehemalige Kloster als Gefängnis genutzt.

Anschliessend wurde das frühere Bibliotheksgebäude des Klosters und Zellentrakt des Gefängnisses durch die Basler Architekten Morger & Degelo zum Museum für Musik umgebaut. Die bald 1‘000-jährige Geschichte des Gebäudes ist dabei bis heute sichtbar geblieben.

Das Museum für Pferdestärken beim ehemaligen Hofgut Vorder Brüglingen wurde 1837-1839 vom Basler Architekten Melchior Berri als Landsitz für Christoph Merian erbaut. Die stattliche Scheune ist ein Ersatzbau von 1906 (ursprünglicher Bau 1905 abgebrannt). Gebäude und Areal gehören der Christoph Merian Stiftung. 

Die Ausstellung zeigt Kutschen und Schlitten des 19. und 20. Jahrhunderts aus Basler Familienbesitz. Die Luxuskutschen, Geschäftsfuhrwerke, Postwagen und Schlitten dokumentieren Verkehr und Mobilität vor dem Siegeszug des Verbrennungsmotors.

Jagdwagen, Dogcarts, Phaëtons, Coupés und Landauer zeugen vom hohen Niveau der Basler Wagenbaufirmen.