Zinnerne Schnabelstize, vollständig mit Hammerschlägen überarbeitet
Metallkunst

Zinnerne Schnabelstize, vollständig mit Hammerschlägen überarbeitet

Basel, 2. Drittel 20. Jh.
Hersteller: Hans Wirz
Zinn, gegossen, gelötet, mit Hammerschlägen
überarbeitet
H. 25 cm; Dm. 11,6 cm (am Boden)
Inv. 2006.272.

Bildauflösung:
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CHF 40.00

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Im Jahre 1989 hatte das Historische Museum Basel den Nachlass von Ziseleur Hans Wirz (1891-1983) erworben (1989.314.). Er umfasst viele Werkstücke, zeichnerische und fotografische Vorlagen, aber auch einige persönliche Erinnerungen wie Fotoalben, Notizbüchlein und dergleichen. Der Nachlass hatte sich damals nicht mehr im Atelier von Wirz oder bei seinen Erben befunden, sondern bei einem Händler. Es war anzunehmen und wegen der fehlenden Werk-zeuge auch offensichtlich, dass er unvollständig war. Mit dem Kauf einer zinnernen Schnabelstize von Wirz im Jahre 2006 wird der Nachlass um eine interessante Arbeit ergänzt. Das Gefäss muss keineswegs zwingend aus dem Nachlass stammen, es kann sich ebenso gut um ein frühes Verkaufsobjekt handeln. Wirz war zeitlebens eng mit Kleinbasel verbunden, wo er ein Geschäft mit Werkstatt führte, von 1923 bis 1930 an der Clarastrasse, von 1931-1968 an der Drahtzugstrasse und von 1968 bis zu seinem Tod im Jahre 1983 an der Haltingerstrasse. Bemerkenswert an der Stize ist nicht die Form; diese ist sehr konventionell. Wirz ahmte Gefässe des 18. und 19. Jahrhunderts nach. Aussergewöhnlich ist aber die mit Hammerschlägen überzogene Oberfläche. Auffallend ist auch der Umstand, dass die Einzelteile - mit Ausnahme des Scharniers - nicht gegossen, sondern geschmiedet wurden. Stilistisch verschloss sich Wirz den modernen, zeitgenössischen Strömungen weitgehend. Seine Stärke lag mehr auf der soliden handwerklichen Ausführung. Hier scheute er keinen Auf-wand. Das neu erworbene Gefäss bestätigt die auch am Nachlass gemachte Beobachtung, dass Wirz stilistisch wenig innovativ war und nicht zur Avantgarde gehörte, dass er aber ein grundsolider Handwerker war.

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