Würfelspiel «Abenteuer auf einer Reise durch die Schweiz»

Würfelspiel «Abenteuer auf einer Reise durch die Schweiz»

F. Lips (Entwurf)
Verlag der Buchhandlung R. Jenni
Bern, nach 1891
Kreide-/Federlithographie auf Papier
auf Leinen aufgezogen
H. 49,5 cm, B. 51,7 cm
Inv. 1975.79.a.b.

Bildauflösung:
3996px x 4520px

CHF 40.00

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Eine Reise durch die Schweiz
Zum Spiel gehören der Spielplan mit sechzig Ansichten berühmter Örtlichkeiten des Landes, Spielmarken, Würfel und Spielanleitung. Jeder Spieler erhält eine Anzahl Spielmarken und setzt als Passagier einen Fingerhut, Ring oder dergleichen ein. Je nach Augenzahl des Würfels kann man springen oder muss den Passagier zurückstellen. Der Spielanleitung entnimmt man, wie viele Spielmarken bei jeder Station von der Bank zu beziehen resp. abzuliefern sind. Zu jeder Station wird ein mehr oder weniger humoristischer Text vorgelesen: «Der schönste Ort, gleichsam der Senf / Von allen Städten, bleibt doch Genf.» Wer zuerst in die Station 60 einzieht, hat das Spiel gewonnen.

Das Reisespiel führt zu sechzig schweizerischen Sehenswürdigkeiten. Die Reise beginnt im Tessin und führt die Spielenden durch den Gotthard-Eisenbahntunnel in die Ostschweiz, über Schaffhausen nach Basel in die Westschweiz, über das Wallis in das Berner Oberland an die historischen Stätten der Innerschweiz, über Zürich und Olten zum Abschluss in die Bundeshauptstadt Bern.

Mit wenigen Ausnahmen werden Ortschaften und Städte vorgestellt; historische Stätten und Naturschönheiten sind eher die Ausnahme. Das Spiel spiegelt die faszinierenden Reiseziele, die mit dem neuen Verkehrsmittel der Eisenbahn ohne grosse Mühen besucht werden konnten. Dem Reisen sind auch die Darstellungen in den Ecken der Spielunterlage gewidmet. Rechts unten stellt der Herr – er wird ohne Gattin reisen – mit ihrer Hilfe das Reisegepäck zusammen. Das Bild rechts oben zeigt ihn beim Speisen im vornehmen Hotelsalon. Die dritte Darstellung gibt den Blick in das Hotelzimmer frei, und die letzte Darstellung hält die freudige Begrüssung der Gattin bei der Rückkehr fest. Reisen wird hier nicht als Vergnügen des Volkes, sondern der gesellschaftlichen Oberschicht vorgestellt. Allerdings lauern beim Reisen mit der Bahn auch Gefahren. Station 18 erinnert an das Zugunglück von Münchenstein bei Basel am 14. Juni 1891, das mit 71 Toten und 171 Verletzten das schwerste Eisenbahnunglück der Schweiz war.

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