Wappen des Hüglin von Schönegg

Wappen des Hüglin von Schönegg

Wappen des Hüglin von Schönegg
Basel, 2. Hälfte 14. Jh.
Roter Sandstein, behauen
H. 104 cm, B. 76 cm
Inv. 1945.172.

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Das Wappen des Hüglin von Schönegg zeigt einen nach rechts geneigten, spitzen Schild mit einem von drei roten Schilden belegten weissen Pfahl in blauem Feld, wobei die Farben nur noch teilweise erhalten sind. Darüber prangt frontal ein grauer Topfhelm, die Helmzier bildet eine Mütze in der Farbe und mit dem Bild des Schildes.
Die Ähnlichkeiten mit dem Wappen der Basler Malerzunft (drei rote, senkrecht angeordnete Schilde in weissem Feld) sind augenscheinlich; eine Nähe, die wohl daher rührt, dass Hüglin als Sohn eines Basler Malers zur Welt kam. Dieser war Besitzer des Hauses zum Himmel in der Freien Strasse, das seit etwa 1370 als Zunfthaus der Maler diente und der Zunft seither den Namen gab.
In den 1330er Jahren geboren, verliess Hüglin wie viele seiner Zeitgenossen schon als junger Mann die Heimat, um militärisch Karriere zu machen. Erstmals als Söldner aktenkundig wurde er 1354 als «serviens armorum » in der Palastgarde von Papst Innozenz VI. (1285 / 92 – 1362), der damals im «babylonischen Exil der Kirche» in Avignon residierte. Hüglin wurde bald zum Ritter geschlagen, war ab 1360 in Italien als Reiterführer «conestabilis » an der Wiederherstellung der päpstlichen Herrschaft im Kirchenstaat beteiligt und bei der Rückkehr von Papst Gregor XI. nach Rom zugegen. Nach mehr als zwanzigjährigem, treuem Dienst wurde er 1376 mittels eines päpstlichen Dekrets zum Marschall des Herzogtums Spoleto ernannt.
In Basel trat Hüglin 1362 als Stifter des Neubaus der vom Erdbeben zerstörten Katharinenkapelle zu St. Leonhard auf. Vermittelt durch seinen Bruder Johannes, der Chorherr des Stifts war, spendete Hüglin 300 Gulden für Renovationsarbeiten.
Als Gegenleistung bedang er sich die Errichtung einer bis heute erhaltenen Grabkapelle für ihn und seine Nachkommen im nördlichen Nebenchor aus.
Zudem beschaffte er der Kapelle aus Italien Reliquien des hl. Theobald und verpfl ichtete das Stift 1375 durch Schaffung einer Anniversarstiftung, fortan regelmässig für sein Seelenheil und dasjenige der Seinigen Messen zu lesen. In diesem Zusammenhang entstand auch sein Wappen, das einst an der Tür des früheren Kontrollbüros – heute unter dem Namen «Einwohnerkontrolle» fi rmierend – auf dem Lohnhof befestigt war. Hüglin von Schönegg verstarb zwischen 1377 und 1386 vermutlich im Herzogtum Spoleto.
Ob seine sterblichen Überreste nach Basel überführt wurden, ist nicht bekannt – seine Grabkammer war bei ihrer Freilegung 1918 leer und wies keinerlei Beigaben auf.

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