Türklopfer aus dem Haus der Zunft zu Brotbecken
Türklopfer aus dem Haus der Zunft zu Brotbecken - 1

Türklopfer aus dem Haus der Zunft zu Brotbecken

Herstellungsort unbekannt, 17. Jh.
Inv. 1898.363.

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Als die Zünfte im Verlaufe des 19. Jahrhunderts ihre Bedeutung verloren, verkauften die meisten von ihnen ihr Zunfthaus; viele Bauten wurden abgerissen. Besonders schwer traf es die Zunfthäuser an der Freien Strasse, weil viele Häuser Opfer einer Strassenkorrektur wurden. Die Zunft zu Brotbecken wurde enteignet, ihr Zunfthaus im Jahre 1897 abgebrochen.
Der prachtvolle Türklopfer aus Messing in Gestalt eines Löwenkopfes, der eine Brezel im Rachen hält, stammt vom Zunfthaus. Er zierte vielleicht die Hauptpforte an der Freien Strasse 26.
Die Brotbeckenzunft besass ausserordentlich früh eine Stube. Die Urkunde von 1256 nennt bereits einen Versammlungsraum, in dem sich die Brotbecken zur Behandlung beruflicher Fragen und zu geselligen Anlässen versammelten. Der Standort ist unbekannt. Die Stube befand sich vielleicht in der Nähe des Fischmarktes, wo der ursprüngliche Brotmarkt lag.
Am 14. Oktober 1413 kaufte die Zunft ein Anwesen an der Freien Strasse 26. Merians Stadtplan von 1615 zeigt einen dreigeschossigen Bau mit vorkragendem Dach, Aufzug und aufgesetzter Lukarne. Der hintere Gebäudeteil stiess an den Birsig, dessen Hochwasser gefürchtet waren. Für die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts sind Er-
neuerungen bezeugt. 1618 wurde im ersten Stock die vordere Stube renoviert, im Jahre 1632 erneuerte man die hintere Stube. Im Erd-geschoss befanden sich Läden, die die Zunft vermietete. 1647/48 erhielt der untere Hausteil einen neuen Anstrich. Aus diesen Jahrzehnten dürfte auch der Türklopfer mit der Brezel als Zunftemblem stammen. Noch im 19. Jahrhundert entschloss sich die Zunft zu einem Neubau und beauftragte damit 1842 Architekt J. J. Heimlicher. Das neue Zunfthaus wurde am 6. Juni 1843 eingeweiht, fiel aber schon 1897 der Spitzhake zum Opfer. Der Türklopfer, der im neuen Zunfthaus vermutlich ein zweites Mal verwendet worden war, wurde im Jahre 1898 vom
Baudepartement dem neueröffneten Historischen Museum geschenkt.

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